Didima-Camp in den Drakensbergen



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Es ist 18 Uhr, wir sind im Didima-Camp in den Drakensbergen angekommen, und es ist noch eine Stunde bis zum Abendessen. Internet gibt es hier wohl nur an der Rezeption – und da steht schon entschuldigend angeschlagen (aus welchen Gründen auch immer!): Außer Facebook, Gmail usw. Dann kann ich das sowieso nicht gebrauchen und ich werde bis Pietermaritsburg warten müsse. Zwei Tage ohne Internet – aber etwas mehr Zeit zum Schreiben.

Heute Morgen habe ich mich um 6 Uhr geweckt (einigermaßen gut geschlafen). Geduscht, die Sachen zusammen gepackt, den Koffer vor die Tür gestellt, gefrühstückt. Das Buffet war in Ordnung. Als ich den Wein vom Vorabend bezahlen wollte, war die Ausgabe nicht an die Rezeption übertragen worden und es sah zunächst so aus, als ob ich so dabei wegkomme. Als ich später die Magnetkarte abgebe, liegt die Rechnung aber vor…

Abfahrt um 8 Uhr, es dauert recht lange, bis wir durch Johannesburg heraus sind Richtung Durban. Es gibt zwar keine Staus, aber der Verkehr ist teilweise zähflüssig. Die Straßen (obschon teilweise fünfspurig in eine Richtung) sind für den gewachsenen Verkehr nicht mehr ausreichen. Die Weißen mokieren sich: statt Straßennamen umzubenennen, sollten lieber mehr Straßen gebaut werden. Teilweise muss der Busfahren auf den privatisierten Straßen Gebühren bezahlen. An einer großen Tankstelle (passen für unseren Bus) machen wir eine kurze Pause. Ich kaufe mir die ersten südafrikanischen Gummibärchen (ein guter Versuch…) und Schokolade (heute Sonderangebot: statt eine für 16 Rand, zwei für 20). Dann geht es lange, lange die N3 entlang, vorbei an Heidelberg und Frankfurt und anderen bekannten Städtenamen. Reinhard verteilt unterwegs ein Info-Paket unseres Reisebüros, mit der beigefügten Karte können wir uns orientieren. Um 12 Uhr machen wir Mittagspause an einer großen Raststätte mit mehreren Restaurants (für alle Bedürfnisse und Preisklassen, eine gute Wahl). Zufällig hat es Thomas arrangiert, dass wir dort Claudia, die Frau von Rene, treffen, die mit ihren zwei kleinen Kindern und Schwiegermutter auf den Weg nach Hause ist. Wir treffen uns, wie viele aus unserer Gruppe, bei „Heikes Place“. Wie sich hinterher herausstellt, eine zwiespältige Wahl: das Essen ist bei der Deutschstämmigen ausgezeichnet, ihr Reden über die Schwarzen doch sehr grenzwertig.

Nach einer guten Stunde Mittagpause geht es weiter über die endlos wirkende Straße und die Hochebene Richtung Durban. Nach einem Pass auf etwa 1700 Metern Höhe geht es relativ schnell herunter auf 1100 Metern. Schöne Natur, es wird durch die Bäume etwas grüner. Dann zweigen wir ab Richtung Bergville. Die Straße wird löchriger, die Zuludörfer einfacher, immer mehr Menschen, auch viele Schulkinder, gehen die Straße entlang. Zwischendurch muss der Busfahrer anhalten, da die Heizung nur von draußen am Motor abgeschaltet werden kann… Aber Christ macht gute Arbeit und kommt gut über Schlaglöcher, Kurven und enge Brücken hinweg.

Um viertel vor Vier fahren wir in das Didima-Reservat ein und halten zunächst am Museum. Hier werden erst einmal die Toiletten besichtigt… Die Ausstellung ist gut gemacht, auch wenn die Multimedia-Schau nicht funktioniert. Wie in einem Kino könnte man sich in eine nachgebaute Höhle setzen und dort die Wandmalereien besichtigen. Aber auch ohne Multimedia ist diese zehn Jahre alte, aber immer noch sehr moderne Ausstellung interessant. Danach sind es nur noch wenige Meter bis zur Hotelanlage, die einfach paradiesisch gelegen ist. Wir kommen in kleinen Bungalows unter, die sehr gut ausgestattet sind. Überall wird vor den Pavianen gewarnt, die man nicht füttern soll. Wir erleben einen herrlichen Sonnenuntergang hinter den 3000 Meter hohen Bergen in unserer unmittelbaren Umgebung. Das Buffet zum Abendessen ist gut, nachher laden wir zum Wein- und Gesprächsabend ein. Zwischendurch lädt uns Thomas nach draußen in die inzwischen kalte Nacht zum Sternegucken ein. Unglaublich, was hier am weiten Horizont ohne „Lichtverschmutzung“ alles zu sehen ist. Ich glaube, die Milchstraße kann man von unserer Nordhälfte überhaupt nicht so schön sehen. Mit einem Laserpointer zeigt Thomas die Sterne wie im Planetarium an – unglaublich! Der Pointer scheint die Sterne zu berühren.


Von Johannesburg in die Drakensberge auf einer größeren Karte anzeigen


[Artikel Nr.2033 vom 23.07.2012, Autor mw]