3. Tag: Pretoria



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Mittwoch, 18. Juli 2012

Es ist 22 Uhr, wir sitzen nach einem langen Tag an der Bar, sind müde, das Internet ist langsam. Ich versuche, nur in Kürze den Tag zu beschreiben.

Ich lasse mich von meinem Handy um 7 Uhr wecken. Ich habe gut geschlafen, traumlose fünf Stunden, das ist gut für mich. Eine halbe Stunde später klopft der Weckdienst an der Tür. Ich setze mich in den Frühstücksraum, um schon etwas ins Internet zu stellen. Das Frühstück ist reichhaltig, mit Rührei und Speck usw. Um 9 Uhr geht es los zur Cullinan Diamanten-Mine im Nordosten von Pretoria, etwa 45 Minuten Fahrt. Nach einer Videoeinführung im Museum gibt es Schutzheme, dann eine interessante Führung durch die Mine mit Blick auf den großen Krater, aus dem inzwischen in bis 500 Meter Tiefe gefördert wird. Reinhard bekommt am Ende der Führung den größten Diamanten, der dort gefördert wurde und inzwischen der Queen gehört – als Replikat in Glas… Am Schluss der Führung können auch Diamanten gekauft werden…

Mittags essen wir in Pretoria in einem kleinen Laden Pfannkuchen mit unterschiedlichen Füllungen, sehr lecker! Die Toiletten sind eine Herausforderungen, da die elektronische Türöffnung auch für innen erforderlich ist… Nach dem Mittagessen geht es zum Voortrekkerdenkmal, einer sehr schönen Park- und Aussichtsanlage, mit der die Buren 1938 ihr sehr eigenes Geschichtsverständnis verewigt haben. Danach Stadtrundfahrt in Pretoria, u. a. im Zentrum am Denkmal von Paul Krüger, vorbei an dem Gericht, wo Nelson Mandela verurteilt worden ist. Heute wird übrigens der Geburtstag von Mandela gefeiert und alle sind aufgefordert, 67 Minuten Zeit für soziale Arbeit zu investieren – die Zeit den öffentlichen Wirkens des großen Staatsmannes. Dann geht es zum Regierungssitz, wo der Präsident seinen Sitz hat. Von dort gibt es einen guten Blick auf die Stadt.

Um 17 Uhr sind wir bei Rene Risch eingeladen, den lutherischen Pfarrer in Pretoria. Es gibt ein gutes Abendessen mit Schwiegermutters Salat und Gegrilltem. Auch Bischof Horst Müller kommt, sein Sohn steht am Grill. Der Bischof erzählt von der lutherischen Landeskirche mit etwa 10000 Mitgliedern in 42 Gemeinden auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie Deutschland. Am Ende reicht die Küche des Gemeindepfarrers nicht, die vielen Helferinnen zu fassen, um wieder aufzuräumen.

Um 21.30 Uhr sind wir nach einem langen und gefüllten Tag wieder im Hotel. Viele setzen sich noch in die Bar und verarbeiten die Eindrücke. Viele Fragen bleiben: das Land ist immer noch im Umbruch, der Weg der Versöhnung ist zwar geebnet, aber sehr holprig, vieles ist für uns noch nicht verständlich. Vielleicht werden die Begegnungen und Gespräche der nächsten Tage helfen…


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[Artikel Nr.2030 vom 23.07.2012, Autor mw]