Die Anreise



Erste Fotos

Montag, 16. Juli 2012

Abreisetage sind für mich immer etwas Schlimmes. Ist an alles gedacht? Habe ich alles gepackt? Gut, dass wir erst heute Nachmittag abfahren, so kann ich zwischendurch immer noch etwas in den Koffer tun. Wir haben zwar auf der Hinreise mit Emirates Airlines 30 Kilogramm Gepäck frei, aber zwischendurch der Inlandsflug in Südafrika erlaubt nur 23 Kilogramm.

Um 16.30 Uhr holt mich Reinhard am Pfarrhaus ab. Seine Tochter fährt uns nach Strier, wo schon viele aus der Reisegruppe warten. Hatten wir nicht 17 Uhr gesagt? Es regnet. Kurz vor 17 Uhr kommen die letzten, die „Tickets“ werden gegeben (und damit eine Kontrolle der Anwesenheit), wir singen ein Lied, „haben auch alle ihre Pässe mit!?“, die letzten Familienangehörigen winken, dann geht es mit dem Bus los. Der Busfahrer ist schon auf den ersten Straßen genervt, auf der Autobahn wird sich das fortsetzen. Es regnet teilweise sehr stark, aber der Weg ist wider Erwarten frei, wir kommen gut durch. Im Bus verteilt Reinhard den „zweiten Tag“ des Tagebuchs und frotzelt, dass ich ja nur bis 24 Uhr und damit wohl wenig zu beschreiben hätte…

Gegen 19 Uhr sind wir im Flughafen Düsseldorf. Es ist viel Betrieb. Die Schalternummern von Emirates haben wir schon im Bus per Internet abgefragt, 262 aufwärts. Das Einbuchen geht schnell, erste Erleichterung: die Koffer sind schon einmal weg. Dann: Wir haben ein Problem! Eine Frau hat aus Versehen den Reisepass ihres Mannes eingesteckt. Emirates verweigert, die Bundespolizei kann keinen Ersatz ausstellen, ein Anruf zuhause fördert den Pass auch nicht zutage, außerdem ist die Zeit für den Transport nach Düsseldorf sehr, sehr knapp. Es hilft nichts, sie kann heute nicht mit. Wir organisieren die Rückfahrt nach Ibbenbüren, vermitteln für Morgen das Reisebüro, ein Paar stellt ihr ein Handy zur Verfügung. Wollen wir hoffen, dass sie am anderen Tag nachkommen kann…

Die Kontrollen dauern lange, da es oft Verzögerungen mit den arabischen Heimkehrern gibt. Gut, dass wir so früh am Flughafen waren. Dann verzögert sich aber der Start der Boeing 777 nach Dubai um fast eine Dreiviertelstunde (die wir während des Fluges aber wieder herausholen). Ich sitze mit Reinhard ziemlich vorne in Reihe 9, kurz hinter der Business-Class (Neid!). Der Service ist auf diesem Flug schlecht. Es dauert eine Stunde, bis wir etwas zu essen bekommen, die ersten Getränke gibt es sogar noch später. Auch das Abräumen klappt nicht (lediglich kurz vor der Landung läuft die Besatzung beim schnellen Aufräumen zur Höchstform auf. Das Essen ist aber sehr abwechslungsreich, umfangreich und gut. Es gibt Huhn oder Lamm, dazu Brötchen mit Aufschnitt und Salat, Kekse mit Käse und Chilli-Sauce und Schokoladentorte mit Kirschen. Schlafen kann ich im Flugzeug generell nicht, es wird etwas dösen, und die mitgebrachte Müdigkeit addiert sich.

Dienstag, 17. Juli 2012

Pünktlich um 5.50 Uhr Ortszeit (zwei Stunden vor) kommen wir in Dubai an und werden zunächst mit Bussen eine gute Viertelstunde bis zum Terminal 3 gefahren. Dann geht es noch einmal (eher schnell und symbolisch) durch eine Sicherheitskontrolle. Wir gehen mit der Gruppe bis zum Gate 206, das noch lange nicht für uns reserviert ist, bevor alle freie Zeit bis 9.30 Uhr haben. Das Terminal ist riesig, aber in der Fülle eher langweilig. Alles wiederholt sich alle paar Meter und will nur an das Geld der Gäste. Einige kaufen mit der Kreditkarte einen Kaffee, für uns eher ungewöhnlich für das kleine Geld. Andere sitzen wie ich in einem der freien Stühle oder Liegestühle und erholen sich etwas. Wir haben gute drei Stunden Zeit, die relativ schnell vergehen. Das Einchecken ist (im nachhinein betrachtet) auffallend pünktlich und gemütlich. Dann warten wir im Flugzeug. Die erste Meldung des Kapitäns: ei ne Wartungsaufgabe. Er meldet sich in 20 Minuten. Es dauert länger. Dann wieder: wir warten auf den Techniker. In 20 Minuten. Und wieder länger. Es werden Getränke gereicht, die Telefone wieder angeschaltet. Nach zwei Stunden (hier im Flugzeug zu sitzen ist für die Airline billiger, als wenn wir im Terminal wären…) müssen wir dann die Maschine wechseln. Die Prozedur wiederholt sich wie bei der Anreise! 15 Minuten Bus, Durchleuchten beim Betreten des Terminals, Gürtel und teilweise Schuhe aus, einfach nur lästig und überflüssig. Der lange Weg zum Gate 203, dort direkt wieder Check-in mit den alten Bordkarten, dann wieder warten. Diesmal geht es aber direkt in die neue Maschine. Mit etwa 5 Stunden Verspätung starten wir endlich Richtung Johannesburg. Der Flug ist ruhig, der Service etwas besser als vorher, das Essen gut. Ich schaffe es, zwischendurch etwas zu dösen, richtiger Schlaf ist das nicht. Ab und zu mit der Bordkamera nach unten schöne Blicke auf die Länder, die wir überfliegen. Zwischen Reinhard und mir sitzt ein Jugendlicher, dessen Vater Pilot bei Emirates ist. Seine Mutter sitzt in der ersten Klasse, er hat dort keinen Platz mehr bekommen. In seinen Blackbarry hackt der sehr Service orientierte Junge: I am travalling in this fucking economy class…

Gegen 23 Uhr landen wir in Johannesburg. Es ist relativ ruhig. Vor den Passkontrollen stapels sich zwar die Leute, aber alles geht ruhig, freundlich und ohne große Formalitäten ab. Die Koffer warten schon auf uns, weitere Kontrollen finden nicht statt. Draußen erwartet uns schon Thomas Harms, der uns diese zwei Wochen begleiten will. In ruhe wird erst Geld getauscht oder mit der EC- oder Kredit-Karte aus Automaten gezogen. Man muss etwa 1 : 10 rechnen, d. h. 100 Euro ergaben füllige 1000 Rand.

Auch der Bus wartet schon, aber es gibt Schwierigkeiten mit der Park-Schranke. Chris, unser Fahrer, löst das Problem. Es ist relativ kalt draußen, letzte Tage hatte es in der Nacht gefroren. Morgen sagt uns Thomas aber 22 Grad an… Die Fahrt über die leere Autobahn Richtung Pretoria geht schneller als erwartet, etwa 45 Kilometer. 23.45 Uhr sind wir dort im Hotel mit vielen Challets. Wir bekommen noch warmes Abendessen, Getränke, die Zimmerschlüssel, Getränke aus der Bar usw. Ich sitze noch bis 0.40 Uhr in der Bar unter dem Wlan, das leider sehr langsam ist. In der Nacht falle ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Wecken ist für mich um 7 Uhr. Alles Gut!


[Artikel Nr.2029 vom 18.07.2012, Autor mw]