Israel 2011: Rückfahrt (Datei 3360)

11. Tag: Dienstag, 12. April 2011



Hier die Fotos:

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GPX-Datendatei mit GPS-Daten, die über Google-Earth eingelesen werden können. Damit kann der heutige Streckenverlauf dargestellt werden.



Alles geht am Morgen seinen Gang, schnell ist der Koffer gepackt und vor die Tür gestellt. Zum reichhaltigen Frühstück gibt es statt gesäuertem Brot nun ungesäuerte Matzen, dafür aber wieder Geschirr und Besteck. Ich streiche die Marmelade über einen süßen Kuchen, meide aber gelben, rosa und weißen Kefir (?, es könnte auch Joghurt oder Puddig sein). Kurz nach 8 Uhr starten wir mit dem Bus fast einmal herum um die Altstadt auf den Sionsberg zur Dormitiokirche. Es ist kalt und stürmisch, als wir zu früh vor der verschlossenen Klosteranlage ankomen. Darum ziehen wir den Besuch im Abendmahlssaal vor. Der Raum, der eher unscheinbar ist, ist neutral gehalten, weil darunter von Moslems und Juden das Grab Davids verehrt wird. Eine komplizierte Religions- (und Macht-) Geschichte. Schließlich lesen wir außerhalb des Raumes die Abendmahlsberichte.

Bei Sturm und etwas Regen ziehen wir in die Dormitiokirche ein, viele von uns haben im Chorraum Platz. Stefan Jürgens hält wieder die Messe, weitere sechs Konzelebranten sind mit dabei, ich setze mich so daneben. Die Orgel spielende Ordensschwester arbeitet sich zur Höchstform auf und bekommt zum Schluß langen und mehrfachen Beifall. Wir besichtigen noch die Krypta , die dem Heimgang Mariens gewidmet ist. Die letzten Einkäufe werden im Klostershop gemacht. Dann geht es zurück zum Bus. Die zwei Flaschen 50%iger Arak sind schnell verteilt, die Stimmung entsprechend gut, als wir die Stadt Richtung Tel Aviv verlassen.

Höhepunkt auf der Rückfahrt ist zweifellos die Rast an einer zunächst unscheinbaren Tankstelle, die sich aber als Elvis-Presley-Restaurant erweist. Die Andenkentasse zum Mitnehmen ist im Preis inbegriffen. Leider zu spät bekomme ich mit, dass hier auch ein offener Hotspot ist. Da ich mein Notebook mit im Handgepäck führen muss, kann ich hier noch schnell ins Internet gehen. Zufällig erwischt mich dabei Abraham Manalil aus Brochterbeck per Skype.

Zügig sind wir am Flughafen, die Kontrollen sind (zumindest für mich) nicht unangenehm, in Münster und Frankfurt waren sie insgesamt eingehender. Die Kontrolleure sind routiniert und freundlich, Dani ist überall mit dabei und hilft. Eine ganze Reihe aus unserer Gruppe müssen allerdings ihre Koffer noch einmal öffnen. Bis wir dann am Gate sind, dauert es doch seine Zeit, vor jedem Schalter steht eine kleine Schlage, die erst noch bewältigt werden muss. Etwa eine Stunde Zeit haben wir dann noch vor dem einchecken. Pünktlich kommen wir mit der Lufthansa-Maschine gegen 15.30 Uhr in Tel Aviv los. Zunächst rätseln wir etwas, warum der Rückflug eine halbe Stunde kürzer ist (fliegen mit dem Wind oder gegen die Erdrotation?), bis wir realisieren, dass es dieses Mal ja nur bis München geht. Der Servive auf dem Rückflug ist wesentlich besser als auf dem Hinflug, das Personal geht öfters durch die Gänge und gießt sogar freizügig aus den Weinflaschen nach. Allerdings haben wir beim Überflug über die Alpen heftige Turbulenzen und Luftlöcher, die manchen Passagieren einen Schreckensschrei entlocken. Ich sehe mir zwischendurch den neuen Film Tron: Legacy an. Als alter Tron-Fan bin ich etwas enttäuscht, der alte Film von 1982 war m. E. inhaltlich wesentlich besser…

Pünktlich landen wir in München, der Rückflug verging (wie merkwürdigerweise alle Rückflüge) relativ schnell. Es geht durch die Pass- und Zollkontrolle, dann gefühlte Kilometer lange Wege bis zum Abflug-Gate nach Münster. Wieder durch die Kontrollen. Dann haben wir relativ viel Zeit: fast zwei Stunden bis zum Abflug. Ich buche mich in ein Netzwerk der Telekom ein und überspiele noch die Fotos, die ich nicht vom Hotel in Jerusalem aus geschafft habe. Da die Lufthansa nebenan kostenlos an Automaten Kaffee, Tee und Kakao ausgibt, kann man davon gut leben, die Zeit geht auch hier schnell vorbei. Einigermaßen pünktlich kommen wir in München los, es geht wieder im Bus auf das Rollfeld in eine größere Maschine als auf dem Hinweg. Trotzdem haben die anderen Münsteraner hier keinen Platz mehr gefunden und müssen bis Düsseldorf und von dort mit dem Bus fahren. Der Flug dauert eine Stunde, es gibt noch einmal Schokolade und Wein.

In Münster kommen wir schnell an unser Gepäck, schnell ist auch der Abschied, da einige hier schon von Verwandten und Bekannten abgeholt werden. Den Rest erwartet schon der Busfahrer (Koffer Dörenthe rechts, Ibbenbüren links). Schnell sind wir durch die dunkle Nacht wieder Zuhause. Ich melde mich über Facebook wieder zurück und falle dann todmüde ins Bett. Aber gut schlafen kann ich in dieser Nacht nicht. Dafür gehen wir einfach noch zu viele Gedanken durch den Kopf. Es war eine schöne Reise – aber sie wird auch noch viel Zeit gebrauchen, um verarbeitet zu sein.


[Artikel Nr.1860 vom 17.04.2011, Autor mw]