Israel 2011: Akko (Datei 3352)

5. Tag: Mittwoch, 6. April 2011



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GPX-Datendatei mit GPS-Daten, die über Google-Earth eingelesen werden können. Damit kann der heutige Streckenverlauf dargestellt werden.



Diesmal wieder nur bis vier Uhr geschlafen… Und der allererste im Speisesaal. Um 8 Uhr fährt der Bus los Richtung Küste. Es regnet, alles liegt in weißem Nebel. Dani erzählt uns, dass in den letzten zwei Tagen 50 ml Niederschlag gefallen seien, das sei für diese Jahreszeit sehr viel – und er freue sich darüber. Schon nach einer halben Stunde muss der Bus wegen mir zu einer Tankstelle umgeleitet werden, da ich auf Toilette muss…

In der alten Kreuzfahrerstadt Akko, am Mittelmeer etwas nördlich und in Sichtweite von Haifa, halten wir nach dem Passieren der dicken alten Stadtmauern am Besucherzentrum. Der Regen hat aufgehört, und es ist herrlicher Sonnenschein. Bevor wir in die Bastion herein gehen, führt uns Dani zunächst vor die al-Jezzar-Moschee, um einen Blick auf die verschiedenen Bauperioden werden zu können. Dann geht es wieder zurück durch das Besucherzentrum in die ausgegrabene Johanniter-Ordensburg. Es gibt aber auch Stimmen aus unserer Gruppe, die meinen, Dani würde solche Umwege nur deswegen gehen, weil er damit eine weitere Zigarettenpause hat… Zunächst sehen wir einen kurzen Film über die Anlage. Dann geht es durch Rittersäle und einen unterirdischen, schmalen Geheimgang, der manchem etwas Platzangst bereitet. Der Ausgang geht durch ein Andenkengeschäft und die Basarläden der Altstadt. Dann geht es beim Leuchtturm auf die alte Seemauer, von der her man einen schönen Blick auf die Stadt sowie über das Meer auf Haifa und die libanesische Grenze hat. Die Besichtigung der Karawanserei Khan al-Afranji fällt nur kurz aus, da sie wegen Baufälligkeit abgesperrt ist. Überall wird von Händlern Honig und Granatapfelsaft angeboten. Interessanterweise erkennen uns die erfahrenen Einheimischen in der Regel sofort als Deutsche und sprechen uns entsprechend an. Schon früh gibt es eine kurze Mittagspause, die ich noch einmal nutze, um auf die Stadtmauer zu gehen.

Etwas verspätet geht die Fahrt weiter Richtung Tabor. Dort sollen wir eine Stunde früher als zunächst geplant zur Messe sein. Während der Fahrt werden wir wieder von teils heftigen Regen eingehüllt. Auf dem Tabor werde ich zum ersten Mal sein (bei den vier vorherigen Fahrten wurde der Berg immer ausgespart). Da die 4 Kilometer steile Auffahrt mit 16 Kurven für die Busse zu schmal ist, müssen wir in 9-er-Taxis umsteigen. Die Fahrer tun wirklich alles, um ihren Ruf als halsbrecherische Raser zu behalten! Oben vor dem Kloster müssen wir dann noch fünf Minuten warten, bevor uns pünktlich um 14 Uhr geöffnet wird. Inzwischen ist auch die große Emmaus-Reisen-Gruppe mit Pfarrer Stefan Jürgens als geistlichen Begleiter eingetroffen. Er wird die Messe mit uns feiern, fünf weitere Priester aus der Gruppe konzelebrieren, ich stelle mich verabredungsgemäß so dazu. Vor der Messe scheint zunächst die Sonne und beleuchtet eine Art botanischen Garten mit herrlichen Pflanzen und stilvollen Kompositionen. Die Basilika von 1924 ist für mich nicht besonders ansprechend. Der Hochaltar ist kauf zu benutzen, da direkt darunter die Krypta liegt, auf die hin das Mittelschiff ausgerichtet ist. Breite Treppen führen hinunter, auf denen sich später weitere Touristen/Pilger setzen. Wir feiern um den großen Altar in der Krypta die Messe, Stefan als ehemaliger Wort-zum-Sonntag-Fernsehpfarrer macht seine Sache gut. Zum Schluss spielt eine Ordensschwester noch auf einer kleinen Orgel das Motiv der Eurovisions-Übertragungen. Interessanter sind nach der Messe die Ausblicke von den Besichtigungsplattformen in das Land hinein. Leider hat der Regen wieder angefangen, und es ist diesig geworden. Während weitere Gruppen von den Taxis angespült werden, fahren wir wieder hinunter zum Bus.

Auf der Rückfahrt laden wir auf halber Strecke Dani an seiner Landwirtschaft aus, er wird diese Nacht zuhause bleiben. Es hat wieder aufgehört zu regnen, und ich gehe an den „Hausstrand“ zum See. Noch ist es bewölkt, der See ist fast ruhig und spiegelt. Als die Sonne untergeht, sind die Wolken fast verschwunden. Wir hoffen auf besseres Wetter, wenn es morgen Richtung Totes Meer und Negev geht. Den letzten Abend werden wir es uns wieder gut gehen lassen: gestern waren alle im Foyer des Hotels in langer Reihe zusammen und haben örtliche Weine und Biere getrunken. Dann muss noch bezahlt und der Koffer gepackt werden. Am Donnerstag geht es schon um 7.30 Uhr mit dem Bus weiter. Ich hoffe, dass ich heute Nacht nicht ertrinke, denn an zwei Stellen in meinem Zimmer tropft es von der Decke herein…


[Artikel Nr.1853 vom 06.04.2011, Autor mw]