24. Mai 1994: Informationsabend beim ersten Besuch aus Teresina



Informationsabend am Dienstag, dem 24.Mai 1994, 20.00 - 22.15 Uhr im Pfarrzentrum - Tonbandmitschnitt



Teresina-Besuch 1994 (Backhaus) (Datei 316) Adelheid Backhaus:
...schlief diese Partnerschaft ein. Es kamen einfach keine Briefe mehr, und es war schwer, die Idee im Kopf wachzuhalten. Und es war auch für unsere Gruppe schwer, bei den mageren Inhalten zusammenzubleiben. Die Gruppe, die inzwischen "Entwicklung und Frieden" hieß, löste sich auf. Einige blieben allerdings am Ball und sagten: Das darf doch nicht wahr sein; wir können doch vielleicht eine neue Partnerschaft finden. Und da hat uns MISEREOR wieder geholfen und uns eine neue Partnerschaft, wieder in Teresina/Brasilien, besorgt. Und aus dieser Gemeinde "Nossa Senhora de Fátima" aus Teresina/Brasilien haben wir heute fünf Gäste. Ich stell erst mal nur die Namen vor, die werden sich nachher noch genauer vorstellen: an der linken Seite sitzt Sousano, daneben sitzt Simone (sie ist die Dolmetscherin, die Gott sei Dank mitgekommen ist!), dann Gildemar, dann Tony Batista (er ist der Pastor der Gemeinde) und Raimunda ist noch unterwegs (sie hat die Kassette mit brasilianischer Musik vergessen und kommt gleich).
Das war unser Traum: einmal aus der Gemeinde aus Brasilien Leute einzuladen, statt immer den Tourismus umgekehrt zu machen! Und extra für diesen Besuch hat sich eine neue Gruppe gebildet. Das hat eine Vorgeschichte: daß nämlich unsere Gäste gemeint haben, das wäre irgendeine Institution, die das macht, die in der Gemeinde besteht. Sie haben gedacht: Ich mache das alleine. Dann habe ich ihnen gestern erzählt, daß wir zwölf Leute sind, die das machen. Und die möchte ich doch heute abend einmal vorstellen. Wahrscheinlich wissen das von Ihnen auch nicht alle. Magdalene Lohage gehört dazu; die war immer schon in anderen Arbeitskreisen davor mit dabei. Dann ist Christa Hüttl neu dazugekommen. Hans-Peter Imig, auch jemand von der ganz alten Garde. Michael Dudek. Dann Winfried Böder; wir beide werden heute durch den Abend leiten, so gut wir können. Dann ist noch dabei Brigitta Wiggers, neu dazugekommen. Richard Stockmann und Anne Wilksen. Nicolas Veber gehört noch dazu. Und zum Schluß kamen Herr Weber dazu, der uns bei der Verbindung zur Gemeinde hin geholfen hat und den ganzen "Medienkram" übernommen hat; das war natürlich eine große Erleichterung für uns. Dann haben wir heute abend noch einen Dolmetscher zur Hilfe geholt, damit Simone nicht so überlastet ist; das ist Herr Salzmann. Vielleicht stellen Sie sich selbst einmal vor...

Stefan Salzmann:
Mein Name ist Stefan Salzmann. Ich bin ein Freund von Christian Gersch. Und der hatte mich gefragt, ob ich hier bei der Übersetzung etwas helfen kann. Ich bin auch kein professioneller Dolmetscher. Deswegen bitte ich auch um etwas Geduld beim Übersetzen. Ich habe 1988 mal ein Jahr in Brasilien studiert und von daher kann ich noch ein wenig die Sprache und hoffe, daß wir das heute miteinander hinkriegen.

Adelheid Backhaus:
Es ist heute Abend auch Familie Dierkes da, Herr und Frau Dierkes vom Sandweg, die die fünf Leute beherbergen. Es wurde schon gesagt: sie wohnen im Fünf-Sterne-Hotel! Bevor wir unseren Gästen das Wort geben, damit sie ihre Präsentation, ihre Information über ihre Gemeinde uns geben, haben wir gedacht: Das Wort "Traum" ist öfter gefallen. Wir haben immer gesagt: Es ist ein verrückter Traum. Er ist in diesen Wochen Wirklichkeit geworden. Und wir haben die Wochen unter das Thema gestellt: "Wenn viele gemeinsam träumen..." Und da hatten wir die Idee, mit einem Lied anzufangen: "Wenn einer alleine träumt..." - das kennen Sie sicherlich aus der Kirche. Ich glaube, daß das sogar textlich von einem Brasilianer stammt, Dom Helder Camara. Und der Josef Bendfeld war so freundlich, seine Gitarre mitzubringen und singt das jetzt mit uns.

Josef Bendfeld spielt:
"Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn, der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Träumt unsern Traum!"

Winfried Böder:
Wir haben uns den Abend so vorgestellt, daß die Gäste sich noch mal kurz vorstellen. Nicht alle kennen Sie. Dann werden die Gäste aus ihrer Arbeit erzählen. Sie haben Fotos aufgehängt: wahrscheinlich werden sie viel berichten aus ihren Aktivitäten. Dann wollen wir auch Gelegenheit geben, daß Sie Fragen stellen; vielleicht können wir die Fragen bündeln. Dann werden die Gäste ein Video zeigen, etwa 20 Minuten lang, von einem Projekt, das sie in Teresina bearbeiten. Und schließlich werden wir noch brasilianisch singen und tanzen. - Bernhard (Honsel) wird eine Polonäse eröffnen... Dann würde ich jetzt bitten, daß die Gäste sich kurz vorstellen und ihre Aktivität in der Gemeinde.

Raimunda Rodrigues Costa:
Ich heiße Raimunda. Ich komme aus Teresina-Piaui. Ich wohne in unserer Gemeinde von Fatima, wo auch unser Pfarrer Tony wohnt. Und ich arbeite in einer anderen Gemeinde, die in der Nähe unserer Gemeinde liegt. Wir machen eine Arbeit, die ich später erklären kann: was machen wir in dieser Gemeinde, was machen wir in dieser Arbeit?

Sousano Matias de Carvalho:
Ich heiße Sousano. Ich wohne auch in dieser Gemeinde von Fatima, aber in einer anderen Gemeinde in der Nähe, das ist "Alto da grassa". Ich arbeite (das ist schwierig für euch zu verstehen) in der "Kommunikation". Das ist ein Kontaktmann zwischen der Gemeinde, der Kirche und den Familien. Ich kann es später näher erklären. Ich habe auch viele Fotos, die ich erklären kann. Danke.

Simone Maria Pinheiro de Carvalho:
Ich möchte noch etwas ergänzen: Er ist auch Landvermesser und er ist auch Lehrer für Mathematik.

Gildemar Paulo da Silva:
Guten Abend. Ich heiße Gildemar. Ich wohne auch in der Gemeinde von Fatima. Ich arbeite mit jungen Leute. Und ich bin auch Lehrer für Firmung in unserer Gemeinde. Da gibt es vielleicht ein Mißverständnis: ich arbeite im Monat mit 40 jungen Leuten. Und das bedeutet: ungefähr 600 junge Leute in der ganzen Zeit, nicht im Monat! Danke.

Teresina-Besuch 1994 (P. Tony) (Datei 317) Antonio Soares Batista:
Guten Abend. Ich bin Pater Tonio Batista. Ich bin Priester in der Gemeinde "Unsere Frau von Fatima". Ich bin in der Diözese Bischofsvikar (Anm.: Vertreter des Bischofs für bestimmte Sachgebiete oder Regionen). Als Sie dieses Lied sangen, das Josef so schön gespielt hat, habe ich mich an einige Arbeiten in den eigenen Gemeinden erinnert. Zum Beispiel: als das Haus einen armen Menschen abbrannte, haben sich die anderen Armen zusammengeschlossen, um dieses Haus wieder aufzubauen. Das nennen wir "Gemeinschaftsarbeit" (Anm.: das Wort "comunhão" wird auch für "Kommunion, Abendmahl" benutzt; die Entsprechung bei uns wäre vielleicht "Communio - Gemeinschaft"). Und genau das sagt eben dieses Lied: wenn einer allein träumt, bleibt es Traum; wenn viele gemeinsam träumen, wird dieser Traum Wirklichkeit. Wo Sie eben die Person von Dom Helder Camara erwähnt und das Lied von ihm gesungen haben, möchte ich daran erinnern, daß Dom Helder eines Tages sagte: Wenn man an die abrahamischen Minderheiten glaubt, nämlich an die Frauen und Männer guten Willens, die über die ganze Welt verteilt sind und gemeinschaftlich arbeiten, so sind wir hier, um mit euch zusammen auch so eine "Gemeinschaftsarbeit" zu machen. Packen wir’s an (Anm.: die Arme hochkrempeln)! Zuerst stelle ich unsere Arbeit vor, kurz, damit auch die anderen noch zu Wort kommen können. Hier ist die Karte von Brasilien. Wie man sieht: Brasilien ist fast ein Kontinent. Es sind 153 Millionen Einwohner. Man kann sagen: es gibt zwei Brasilien. Ein Brasilien, das entwickelt ist, man kann sagen: fast vergleichbar mit Deutschland; das liegt im Süden. Und ein Brasilien, das praktisch nicht zählt, das im Norden, besonders im Nordosten ist. In dieser Lebenswirklichkeit im Nordosten Brasiliens wohnen wir. Piaui ist der ärmste Bundesstaat von ganz Brasilien. Von Piaui brauchen wir jetzt nicht so viel zu sprechen, aber es ist eine Lebenswirklichkeit von ganz großer Armut. Der ganze Staat hat 3.500.000 Einwohner. Er ist sehr ländlich geprägt und eine Lebenswirklichkeit, die sehr unter der Trockenheit leidet. Dieser Streifen im Nordosten ist der Streifen, wo die Menschen am meisten unter Dürre zu leiden haben. Ich glaube aber nicht, daß dieses geographische, klimatische Problem das entscheidende ist. Das wirklich entscheidende Problem ist ein politisches und strukturelles. Es tut mir leid und ich schäme mich ein wenig, es zu sagen: aber uns fehlen ernsthafte, aufrechte Leute in der Verwaltung. Vor einiger Zeit gab es die Absetzung des Präsidenten von Brasilien. Und jetzt ist es so, daß viele Abgeordnete wegen Bestechung auch überführt und abgesetzt werden. Das hat ein soziales Chaos geschaffen.
Jetzt kommen wir zur Stadt Teresina, wo wir wohnen. Ich lade jetzt erst Gildemar und dann Raimunda ein, um die soziale Wirklichkeit zu schildern, und danach wollen wir schildern, wie die Kirche in diesem Gebiet arbeitet. Wir wollen jetzt nicht die Wirklichkeit verstecken, aber wir wollen jetzt auch keine Skandale provozieren. Wir stellen die Wirklichkeit so dar, wie sie wirklich ist.

Gildemar Paulo da Silva:
Ich spreche jetzt über Teresina. In Teresina gibt es zwei Flüsse. Ein Teil von Teresina liegt auf der einen Seite des einen Flusses, ein anderer Teil auf der anderen Seite des anderen Flusses. Es sind zwei Flüsse: der eine Fluß heißt Poti, der andere Parnaiba. Der Parnaiba ist einer der bedeutendsten Flüsse des Nordostens.

Simone Maria Pinheiro de Carvalho:
Es gibt zwei Flüsse. Einer fließt durch unsere Stadt. Ein anderer fließt zwischen unserer Stadt und der armen Nachbarstadt.

Gildemar Paulo da Silva:
Es gibt in unserer Stadt drei Universitäten: eine öffentliche Universität, eine des Bundesstaates und eine private Universität. Was das ganze Bildungswesen angeht, herrschen große Defizite, nicht nur was Teresina angeht sondern ganz Brasilien. Man kann es zum Beispiel in Zahlen ausdrücken, was sowohl die Privatschulen als auch die öffentlichen Schulen angeht: die öffentlichen Schule bieten keine Struktur an; sie genügen in keinster Weise den Anforderungen, die die Kinder und Jugendliche an die Schule stellen. Sie sind sehr defizient. Wir haben 800.000 Einwohner. Die große Mehrheit der Bevölkerung kommt vom Land und aus anderen Bundesstaaten. Was die Freizeit angeht: auch da fehlt es sehr. Wir sehen hier in Deutschland die Schönheit der Parks, der Natur. In unserer Stadt und auch in unserem Bundesstaat hat diese schöne Gestaltung der Umgebung überhaupt keine Priorität. Was die Politik angeht: Es gibt eine Oligarchie, das heißt die Macht geht immer von einer Familie auf die nächste; es sind nur wenige Familien, die die Macht unter sich teilen und weitergeben. Das verursacht eine ganz irre Arbeitslosigkeit, sowohl in der Stadt wie auch im ganzen Bundesstaat. Ganz viele Menschen sind an der Universität ausgebildet und suchen jetzt irgendeine Beschäftigung, die überhaupt nicht ihrer Ausbildung entspricht. Danke.

Raimunda Rodrigues Costa:
Wir haben schon angefangen, ein wenig von der sozialen Situation in Teresina zu sprechen: die hohe Zahl von Arbeitslosigkeit, das Analphabetentum, verursacht durch das Fehlen von Schulen, durch die Politik. Und auch von dieser schwierigen Situation: der unglaublichen Armut in der Stadt, in der die Bevölkerung lebt. Eine große Anzahl der Leute kommt vom Land in die Stadt, flüchtet von der Trockenheit auf dem Land. Und so wächst die Stadt. Man sagt: sie überschwemmt. Und so verarmt die Stadt und es gibt in Teresina 147 Favelas, Elendsviertel. Die Menschen müssen unter unmenschlichen Bedingungen leben. Nur 3 % der Stadtbevölkerung verfügen über das Nötige, das man zum Leben braucht (Versorgung mit Wasser, Strom, etc.). 44 % der Bevölkerung lebt im extremen Elend, unterhalb der Armutsgrenze. Trotzdem kann man nicht sagen, daß alle die Hoffnung aufgeben. Wir arbeiten in einer der ärmsten Gemeinden der Gemeinden.

Stefan Salzmann:
Vielleicht kann ich ganz kurz erklären: Was man "paróquia" nennt, das ist eine große Gemeinde. Zu dieser gehört die Muttergemeinde "Unsere Frau von Fatima", wo Tonio Pfarrer ist. Und zu dieser einen großen Gemeinde gehören viele kleine Basisgemeinden in diesem Gemeindebereich. Deswegen wird immer von zwei Gemeinden gesprochen: die große "Paróquia nossa Senhora de Fátima" und in dieser Parochie sind viele kleine Gemeinden (Kirchen, Zentren), wo Sousano, Gildemar und Raimunda arbeiten.

Raimunda Rodrigues Costa:
Wir haben Fotos mitgebracht und Sie werden jetzt sehen: Diesen ganz großen sozialen Kontrast zwischen wenigen Reichen und den vielen ganz Armen. Hernach werden Sie auch Gelegenheit haben, sich die Fotos anzuschauen. Wir haben jeweils die Namen der Gemeinden dahingeschrieben. Sie können dann auch gleich Fragen dazu stellen. Meine Gemeinde ist eine ganz authentische, solidarische Gemeinde. In dieser Gemeinde haben wir eine Vielzahl von Arbeiten entwickelt zusammen mit diesen ganz armen Menschen mit einem großen Herzen, die es schaffen, selbst in dieser Wirklichkeit zu feiern, sich in Gruppen zu organisieren und zu glauben, daß der Gott des Lebens gegenwärtig ist mitten im Volk. Und die auch daran glauben, daß die Situation sich ändern kann mit der Arbeit und Anstrengung jeder und jedes Einzelnen. Um so das Reich Gottes, das Reich von Jesus Christus aufzubauen, Gott gegenwärtig in der Lebenswirklichkeit jeder und jedes Einzelnen. Eine Wirklichkeit, in der alle Menschen eine Würde haben. Und wo die Rechte aller Menschen respektiert werden. Danke.

Sousano Matias de Carvalho:
Wir haben hier jetzt schon von sehr viel Elend gesprochen. Aber ich lebe in einer Gemeinde, wo auch sehr viele reiche Leute leben. Das ist der größte Kontrast. Manchmal hat mein Nachbar nichts zu essen und hungert, während der andere Nachbar große Feste feiert. Das passiert sehr viel in meiner Gemeinde "Alta da grassa". Was ich am meisten in meiner Gemeinde bemerkt habe, weil ich dort schon 28 Jahre lebe und das immer sehe, ohne das ich die Möglichkeit hätte, etwas zu ändern. Manchmal kann ich eben nicht helfen. Dann gehe ich zu Leuten, die genug haben, um helfen zu können. Die Gemeinde der Armen ist viel einiger. Sie schließen sich zusammen, um zu helfen. Sie solidarisieren sich und suchen zusammen nach Lösungen für die Probleme der Gemeinde. Das ist mein Leben in der Gemeinde: ich nehme gute und schlechte Nachrichten und bringe sie über. Wenn jemand Hilfe verspricht, sind es gute Nachrichten. Wenn nicht geholfen wird, sind das schlechte Nachrichten, und man muß warten auf eine andere Zeit. Zu den Fotos und Artikeln werden wir gleich noch mehr erzählen. Die Gemeinde lebt auch von der Freude; es gibt auch viele Feste, die einem manchmal auch das Elend vergessen lassen. Danke.

Antonio Soares Batista:
Das ist so ein erster Eindruck über die Situation. Jetzt wollen wir darüber sprechen, was die Kirche inmitten dieser ganzen Situation macht. Wir freuen uns, daß wir in einer Kirche leben, die sich dem Volk verpflichtet fühlt und in dieser Verpflichtung lebt. Das beginnt bei unserem Bischof. Das ist wirklich ein Mann, der die Füße am Boden hat, das heißt: er ist solidarisch mit seinem Volk. Er beschränkt sich nicht darauf, in seinem Palast zu sein, sondern er ist da, wo auch das Volk ist. Deshalb nimmt er die Priester mit auf seinem Weg. Ich mag es gerne zu sagen, daß mein Bischof ein "Trecker" ist, obwohl er von sehr schwächlicher Gesundheit ist. Die Diözese als Ganze hat 34 Gemeinden. Der Klerus ist zum überwiegenden Teil aus Brasilien geboren. Es gibt dort eine Zunahme an priesterlichen Berufungen. Und immer mehr übernehmen Laien ihre in der Taufe begründete Mission. Ich möchte jetzt nicht von all den Arbeiten im eigentlichen religiösen Bereich sprechen, sondern ganz besonders von den kirchlichen Arbeiten im sozialen Bereich. Der Erzbischof hat ein Amt (vicariato) für soziale Aktionen gegründet. Bisher bin ich darin tätig. Wir haben in diesem Amt zum Beispiel die ASA (Ação Social da diocese). Wir arbeiten zum Beispiel mit medizinischen Ambulanzen. Wir hatten fünf, mußten aber drei schließen, sodaß wir jetzt noch zwei haben. Wir haben auch Zentren für Leprakranke. Und wir haben eine Pastoral der Gesundheit. Die versucht auch, die politische Dimension der Gesundheitsarbeit miteinzubeziehen, politische Forderungen auf dem Gebiet der Gesundheit. Und auch das Volk wieder wachzumachen für die natürliche Seite der Ernährung, zum Beispiel indem man gemeinsame Gärten macht, wo Heilpflanzen und Gemüse angebaut werden. Die Menschen werden angeleitet, solche Gärten gemeinsam anzulegen oder für sich allein zuhause. Wir haben auch einen Agrarwissenschaftler, um die Menschen auf dem Land an den Stadträndern zu begleiten. Wir haben auch ein Projekt, daß in den Stadtrandgebieten (periferia) arbeitet. Wir arbeiten mit Straßenkindern und dafür, daß Kinder nicht auf die Straße müssen. Wir haben 35 Zentren für die Arbeit mit Straßenkindern. Wir ernähren dabei täglich 1.800 Kinder. Wir haben auch drei Häuser für verlassene Mädchen, die sich prostituieren mußten. Eins ist ein Haus des Übergangs, da können sie hinkommen und sich waschen, baden, entgiften und eine gewisse Zeit verbringen. Da fragen wir auch überhaupt nicht nach der Identität und Herkunft von den Mädchen, sondern wir nehmen sie einfach an. Sie bleiben dort nicht auf längere Zeit. In einem zweiten Haus werden sie ausgebildet, in einem dritten Haus wohnen sie. Unsere Kinder und insbesondere unsere Mädchen arbeiten auch. Das hier sind zum Beispiel Stücke, die von ihnen hergestellt wurden (Anm.: es werden einige Handarbeiten ausgelegt). Sie arbeiten auch mit Gips und malen. Dann holen sie auch die Mütter und Väter heran, um nähen zu lernen. Das wichtigste in diesen 35 Zentren: wir haben keine einzige Angestellte. Es ist die Gemeinde, die alle diese Dienste übernimmt in Gemeinschaftsarbeit. Das ist das Teilen untereinander. Sie glauben, daß das wichtig ist, daß der Arme Vertrauen hat in den Armen, und daß sie sich untereinander so organisieren und helfen. Es gibt dort eine Erfahrung, daß derjenige, der weniger hat, mehr gibt. Wir haben auch eine Arbeit mit Menschenrechten, eine Arbeit, wo wir Landbesetzungen begleiten. Dann auch eine Begleitung der CPT (Comission pastoral da terra), der Pastoralkommision für Land. Wir haben noch eine ganze Reihe von Arbeiten, aber ich möchte das jetzt nur eben angedeutet haben, damit wir gleich auch ins Gespräch kommen können und weil das auch ein wenig ermüdend für Sie sein kann, dies ganze Sprechen.

Winfried Böder:
Ich glaube, wir machen eine kleine Pause von 10 Minuten. Da können sie etwas herumgehen und sich erholen. Ich glaube nicht, daß die Zeit reicht, um alle Bilder genau zu studieren. Sie bleiben vielleicht länger hängen im Verlauf der vielen Tage. Aber man kann sich etwas ergehen und murmeln. Und danach werden wir dann Fragen sammeln zu dem, was Sie bisher gehört haben.

(Pause)

Antonio Soares Batista:
Wir werden jetzt das Video zeigen. Danach wird Raum sein für die Diskussion und für Ihre Fragen. Dieses Video ist auf portugiesisch, aber die Bilder sind universal. Wir wollen euch jetzt mit dem Video, mit den Bildern zeigen, was wir in Teresina machen. Ich weiß nicht, ob Sie schon von Betino von der Ebase gehört haben, das ist ein ganz bedeutender Soziologe in Brasilien. Der hat geholfen, dieses Video zu erstellen.

(Video)

Winfried Böder:
Wir hatten schon richtig befürchtet, daß das nicht nur ein Film ist, der Informationen gibt, sondern der Meditation ist, und da braucht man eigentlich gar nicht mehr viel diskutieren. Na ja, nun ist es anders gekommen. Wir wollen aber jetzt den ganzen Informationsteil, die Fragen Ihrerseits nicht verhindern. Vielleicht kann jetzt durch Ihre Fragen noch das eine oder andere zum Film oder zu dem vorher Gesagten geklärt werden. Wenn viele Fragen sind, würden wir die vielleicht erst mal sammeln und bündeln, sonst seien Sie unbesorgt: wir versuchen, sie zu beantworten. Wer hätte denn eine Frage?

Hermann Hüttl:
Mich würde mal so ein Stückchen Infrastruktur interessieren, also: wovon leben die Leute überhaupt? Ich habe kaum Betriebe gesehen, wo gearbeitet wird. Welche Arbeitsplätze, außer in der Landwirtschaft, gibt es überhaupt? Was ist überhaupt da, um Geld zu verdienen?

Willi Frank:
Nachdem ich den Film gerade gesehen habe, fällt mir auf: ich habe nur vertrocknete Böden gesehen. Was Sie da meiner Ansicht nach am dringendsten brauchen ist ein Bewässerungssystem. Ich möchte wissen, ob sowas vorhanden ist. Ich habe auch keinen einzigen Wassergraben gesehen, um das Wasser, das ja in großen Mengen dort vorhanden ist (wir haben ja die Flüsse gesehen) auf die Felder zu bringen. Das scheint mir doch ganz wichtig zu sein, und davon war nichts zu sehen.

Birgit Povel:
Mit der Kirche der Reichen. Das ist ja sicher eine Basisgemeinde. Wie verhält sich die Kirche der Reichen?

Wolfgang Juttner:
Ich wollte mal fragen: Sie haben gesagt, es gibt dort sehr viele arme, aber auch sehr viele reiche Menschen. Wer sind die Reichen, und wer sind die Armen? Ich weiß aus Bolivien, daß die Armen in der Regel die Indios, also die Urbevölkerung des Landes, sind. Die Spanier sind die Reichen, die Mestizen sind die Armen, in der Regel. Wie ist es dort bei Ihnen in Brasilien?

Antonio Soares Batista:
Es wurde gefragt: Was macht das Volk? Man sieht keine Industrie, man sieht nichts, wo sie sich ernähren können. In unserer Stadt gibt es so gut wie keine Industrie. Unser Bundesstaat ist der große Arbeitgeber. Er beschäftigt wenig und bezahlt schlecht, weil er auch nicht die Möglichkeiten hat. Die große Mehrzahl des Volkes lebt so aus der Hand, macht mal dieses, macht mal jenes und versucht sich so durchzuschlagen. Wie Sie gesehen haben: es gibt ganz viele Leute, die Arbeit suchen, auf Arbeit warten, sich bemühen, an Arbeit heranzukommen.
Jetzt zur Frage, ob nicht ein Bewässerungssystem am wichtigsten wäre. Wir haben sehr viel Wasser. Aber die Regierung des Bundesstaates investiert nicht in Bewässerungsprojekte für das Volk. Es gibt schon große Bewässerungsprojekte; doch die sind für die, die schon viel besitzen. Was wir machen ist: kleine Gärten anlegen und versuchen, selber Bewässerung zu schaffen.
Jetzt die Frage, ob diese Arbeit in einer Basisgemeinde geschieht oder nicht. Es sind ganz viele Gruppen, die hier in dieser Arbeit arbeiten, denn was Basisgemeinden ausmacht, ist eben diese kleine Gruppe, die an der Basis eben als kleine Gruppe arbeitet und geht. Und unsere pastorale Arbeit hat ihrerseits als Basis eben diese kleinen Gemeinschaften, diese kleinen Gemeinden. Es ist dieses organisierte und geeinte Volk, das, wenn es organisiert und geeint ist, nicht besiegbar ist.
Nun zu der Vermischung der Rassen. Wir haben in Brasilien Menschen, die genauso blond sind, wie ihr. Und wir haben so schwarze Menschen wie in Tansania. Und wir haben so schöne braune wie uns! Was nun die Indios angeht: ich selbst habe persönlich noch nie einen Indio gesehen. Wir haben Indianer, das schon, in einigen Staaten, aber in unserem Staat nicht. Sie sind also in Maranhão, Pará, Amazonas, Tocantis ... , aber die weißen Europäer, die dort ankamen, haben die Indianer zum großen Teil ausgerottet, besonders die Portugiesen.

Winfried Böder:
So, wir werden weiter fragen. Es ist ganz gut, wenn die immer knapp beantwortet werden.

Annemarie Böder:
Dann sind Sie also eine Mischung aus Europäern und Negersklaven - oder wie muß man sich das vorstellen?

Simone Maria Pinheiro de Carvalho:
Genau. Das gibt es bei mir und zwischen Indianern, Afrikanern und den Leuten zum Beispiel aus Portugal. Das passiert besonders hier im Norden, wo wir wohnen. Aber das passiert hier nicht im Süden. Im Süden gibt es Leute, die genauso wie ihr aussehen. Genauso blonde Haare, blaue Augen. Es gibt sie zwar im Norden auch, aber nicht so viel wie im Süden. Auch die Leute im Amazonas sind eine Mischung, aber nicht so wie im Norden. Im Norden sind wir ganz, ganz gemischt: Indianer, Afrikaner und Weiße. Zum Beispiel gibt es eine Mischung zwischen Indianern und Weißen, die "mulato" heißt: sie ist nicht so schwarz, aber auch nicht so weiß.

Pauline Remke:
Gibt es für die Arbeit keine Genossenschaften, daß sie etwas produzieren und so organisiert sind wie Genossenschaften und dadurch sich selber Arbeit schaffen, zum Beispiel durch dies Nähen oder Kochen oder Landwirtschaft? Und auch Absatzgenossenschaften: gibt es so etwas nicht?

Birgit Povel:
Ich möchte meine Frage noch einmal wiederholen, und zwar die Frage nach der Kirche der Reichen. Das Verhältnis zu den Armen.

Rudolf Brockmeyer:
Wenn ich richtig verstanden habe, gibt es Leute, die an und für sich die guten landwirtschaftlichen Flächen nutzen und auch die fruchtbaren Gegenden. Wenn der Staat für seine Leute nichts oder wenig tut, erlaubt er ihnen denn auch ihren Flächen, auf denen sie wohnen, selbst Landwirtschaft zu betreiben, ohne das etwas verwehrt wird? Daß sie sozusagen ein freies Land haben, wo sie ihre Früchte anbauen, um auch etwas essen zu können. Das gehört doch mit zu unserem täglichen Brot

Martin Weber:
Vielleicht überhaupt noch mal: Landverteilung in diesem Zusammenhang.

Rudolf Brockmeyer:
Ja daß sie überhaupt das Recht haben, etwas zu machen und sagen: hier bauen wir uns etwas an, ohne daß der Großgrundbesitzer sagt: das ist meins, das will ich nicht.

Antonio Soares Batista:
Zunächst zu den Kooperativen: Wo es keine gute Erziehung gibt und keine gute Ausbildung, ist es schwierig, ein System von Kooperativen aufzubauen. Trotzdem haben wir sehr schöne Erfahrungen mit Kooperativen, gerade unter den Kleinen und unter den Armen. Ganz besonders sind dabei die Gemeinschaftsarbeiten anzusprechen, von denen wir schon zu Beginn gesprochen haben. Zum Beispiel wenn sich die Kleinen zusammenschließen, um gemeinschaftlich Gemüsegärten anzulegen, gemeinsam Häuser zu bauen oder große Gemeinschaftshäuser zu bauen. Auch die Caritas macht eine gute Arbeit mit Kooperativen zusammen und unterstützt die Zusammenarbeit. Wir glauben, daß das die richtige Arbeit ist.
Jemand hat gefragt nach der Kirche der Armen und nach der Kirche der Reichen. Ich glaube an die Kirche von Jesus Christus. Dennoch hat das Dokument der Konferenz von Puebla eine bevorzugte Option für die Armen festgeschrieben. Die Kirche von Brasilien hat mit sehr großer Klarheit diese Option übernommen. Das war sehr schwierig für diese Kirche, es hat sie sehr viel gekostet. Wir haben auch Bischöfe, die diese Option nicht mitvollziehen, aber die große Mehrheit der Bischöfe schon.
Was die Landverteilung angeht: Das ist eines der größten Probleme, die Brasilien hat. Denn das Land ist in der Hand ganz Weniger, und die ganz große Mehrheit des Volkes hat überhaupt keinen Zugang zum Land. Es fehlt daran, daß eine ernsthafte Agrarreform geschieht. Das ist etwas sehr Schwieriges. Es gibt eben diese wirkliche Agrarreform nicht. Die Gewerkschaften und die Menschen vom Land organisieren sich mehr und mehr im Kampf für eine wirkliche Agrarreform.

Winfried Böder:
Sind noch andere Fragen da?

Änne Austermann:
Wir haben eben auch Bilder gesehen aus einer Schule. Gibt es eine Schulpflicht bei Ihnen oder schicken die Eltern ihre Kinder freiwillig? Und müssen sie auch bezahlen dafür?

Antonio Soares Batista:
In der brasilianischen Verfassung steht, daß jedes Kind ein Anrecht auf Schulbildung hat. Aber das steht nur auf dem Papier, denn in Wirklichkeit geschieht es nicht. Die Bildung und Erziehung in Brasilien ist zusammengebrochen. Nur die Reichen haben Zugang zu guten Schulen. Die Armen bleiben Analphabeten - und deshalb kommen sie auch nicht aus ihrer Situation heraus. Das ist die Wirklichkeit.

Franz-Josef Mehring:
Gibt es gar keine reformwilligen Politiker? Da würde ich gern noch mal mehr über die politische Seite hören. Gibt es keine Mittelschicht? Ob es Verleger gibt, die sich einsetzen für Arme? Gibt es keine reformwilligen Kräfte in der Politik und möglicherweise auch in der Wirtschaft?

Winfried Böder:
Sind zum politischen Bereich noch Fragen. Da kann man die gleich hier anschließen.

(Frage ohne Mikrofon)
Gibt es deutsche Entwicklungshilfeprojekte in dieser Region? Und wenn: hat das etwas gebracht?

Antonio Soares Batista:
Heutzutage ist Brasilien unglaubwürdig, was die Politiker angeht. Ich glaube schon, daß es hier und da Menschen guten Willens geben wird, auch in der Oberschicht. Aber es ist schwierig, solche Menschen auszumachen. Die Mittelklasse ist in Brasilien im Augenblick sehr gelähmt. Im Moment befindet sie sich auch in einem Prozeß des sozialen Abstiegs, sie wird ärmer. Noch mal was die Politik angeht: es gibt neue Parteien, die Anlaß zur Hoffnung geben, zum Beispiel die Arbeiterpartei. Und der Präsidentschaftskandidat für die nächste Präsidentschaftswahl für Brasilien hat nach Umfragen mehr als 50 % der Stimmen. Die Bürgerschicht hat aber Angst, weil er nur ein Werkzeugmacher ist. Das Vorurteil, daß es ein Ungebildeter ist, verhindert da auch sehr viel.
Was Entwicklungsprojekte angeht: Wir haben einige Projekte in der Region, aber alles nur Projekte mit einem kleinen Budget. Ich denke zum Beispiel an ein Projekt Seffers in einer Diözese, wo ein deutscher Bischof ist. Aber eines können wir mit Sicherheit sagen: von allen Ländern, die wir heute kennen, ist Deutschland dasjenige, das am meisten hilft. Ich kenne keinen anderen Staat, der soviel hilft wie Deutschland. Danach kommt Italien, dann Holland und wer überhaupt nicht erscheint in Sachen Hilfe sind die Vereinigten Staaten.

(Frage ohne Mikrofon)
Gibt es in Teresina soviel Gewalt wie in Rio oder sonstwo?

Annemarie Böder:
Ich hätte nachher noch Fragen zur Struktur in der Gemeinde.

Winfried Böder:
Kann man die Frage präzisieren?

Annemarie Böder:
Ich habe jetzt gehört: da ist eine Gemeinde von 60.000 Leuten mit zwei Priestern. Und dann haben Sie erzählt von Untergruppen, in denen Sie auch arbeiten. Ich würde gerne wissen, wie das zusammenhängt und wie zum Beispiel Gottesdienste in einer solchen kleinen Gruppe aussehen.

Winfried Böder:
Vielleicht können wir das mit diesen Fragen dann beschließen, damit wir nach dem Frageteil zum Schluß noch ein Lied singen können. Ich merke, es wird auch spät und es ist genügend Information. Wenn es Ihnen recht ist. Oder wollen Sie noch bleiben?

Antonio Soares Batista:
Was die Gewalt angeht: Teresina hat nicht eine so hohe Gewaltquote wie Sao Paulo, Rio, wir haben aber trotzdem sehr viel Gewalt. Aber die größte Gewalt, die bei uns herrscht, ist der Hunger, das Analphabetentum, der Mangel an Wohnungen und der Mangel an Land, das bearbeitet werden kann. Mir scheint, daß dieses Elend die größte Gewalttätigkeit ist, die größte Aggression.
Was jetzt die Struktur der Gemeinde angeht: Gott hat, einige Zeit zurück schon, eine sehr gute Sache gemacht. Er hat einen Priestermangel erzeugt. Mit dem Fehlen von Priestern haben sich die Laien organisiert, um ihre eigene Kirche zu gestalten. Deswegen glauben wir heute, wie das Dokument von Santo Domingo sagt, an die Hauptrolle der Laien. Zum Beispiel: wenn die Gemeinde groß ist, ist das kein großes Problem, denn die Laien übernehmen das. Der Priester ist lediglich der Mutmacher oder Animateur. Das ist sozusagen ein Wanderer, der hin- und herzieht und Mut macht. Deswegen erschrecken wir uns gar nicht, wenn die Gemeinde so groß ist. Did you understand me?

Annemarie Böder:
Und Eucharistie feiern Sie dann auch im kleinen Kreis?

Antonio Soares Batista:
Es ist so, daß die Eucharistie auch hier nur der Priester vollziehen kann, der Priester muß vorsitzen. Es wird aber so gemacht, daß die geweihten Hostien in den Gemeinden gelassen werden und dann feiern sie auch Kommunion mit den geweihten Hostien. Und auch Taufen und einige Hochzeiten geschehen ohne Priester in diesen kleinen Basisgemeinden. Aber das nicht nur aufgrund des Priestermangels, sondern weil es ein Recht der Laien ist. Okay?

Winfried Böder:
Ich empfinde die Fragen, die hier gestellt werden, und die Beantwortung vor allem, richtig spannend. Das könnte von mir aus auch noch zwei Stunden weitergehen. Aber wir müssen bedenken, daß unsere Gäste noch länger hier sind, einen sehr langen Tag hinter sich haben, und es ist eine Einladung an Sie, die vielen Gelegenheiten, die sich geben, zu nutzen und mitzumachen. Ich würde gerne den Frageteil in Ihrem Sinne beenden wollen an sing a song.

Antonio Soares Batista:
Ich möchte ganz herzlich dieser Gemeinde danken für die Offenheit, mit der wir empfangen wurden und für Ihre Güte. Wir fühlen uns in Ihrer Gemeinde zuhause. Ich habe gehört, daß die Priester in Deutschland sehr reserviert sein sollen. Und ich habe jetzt in Bernhard und Martin richtige Brüder getroffen, ganz anders, als was ich gehört habe. Sie sind so offen und Freunde. Die Laien sind die wichtigen und da fühle ich mich ganz zuhause, denn Herr dieses Hauses sind die Laien, und nicht die Priester. Was man dort von den Priestern sagte, sagte man auch von den Laien. Aber das stimmt nicht.

Winfried Böder:
Josef, kannst du mit uns singen!?

Bernhard Honsel:
Die wollen doch was tanzen mit uns!

Adelheid Backhaus:
Josef, es gibt doch ein Lied, was die auch kennen. Was war das noch mal, was ihr da im Lager gesungen habt? "Laßt uns miteinander!" Ich möchte vorher noch dem Herrn Salzmann danken, der das ganz toll gemacht hat. Ich glaube, daß das die Simone auch gefreut hat, daß sie einmal nicht so schwer arbeiten mußte.

Bernhard Honsel:
Er ist ganz anders als sein Name: Er ist kein Salz-Mann!

Adelheid Backhaus:
Er ist ein Zuckermann...

Josef Bendfeld: Wir haben es im Lager mit den Pfadfindern erlebt, daß sie diese Melodie mit uns zusammensingen können.
"Laßt uns miteinander, laßt uns miteinander singen, loben, danken dem Herrn. Laßt es uns gemeinsam tun: singen, loben, danken dem Herrn..."

Martin Weber, 26.05.1994
[Artikel Nr.216 vom 06.01.2007, Autor mw]