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Harry Potter-Fieber im Schnupperlager

Die beiden Betreuer des Schnupperlagers von St. Ludwig und St. Johannes Bosco setzten ernsthafte Miene auf: "Sind auch alle Kuscheltiere aus den Koffern? Die vertragen nämlich keine Dunkelheit!" Die Kinder bestätigten, dass alle Tiere auf den Betten lagen und nicht irgendwo vergessen wurden. Die Koffer waren ordentlich aufgeräumt. Bei dieser Aufräum-Aktion "Goldener Putzlappen" lernten die Kinder beiläufig den Inhalt ihrer Taschen kennen. Und es gab den ein oder anderen Tipp: "Jetzt sind wir schon drei Tage hier - du solltest deine Wäsche wechseln."

Ommen 02-02 (Datei 578) Sechs Kinder-Schlafräume gab es, jeweils zwei Betreuer(innen) waren für die sechs Kleingruppen zuständig. Die Kinder waren wie jedes Jahr erst sieben bis zehn Jahre alt und oft das erste Mal länger von Zuhause weg. Vieles war deshalb neu. Das Spülen des eigenen Geschirrs zum Beispiel. Aber das machte durchaus Spaß. Mit der Bürste konnte man viel Schaum im Spülwasser machen. Mit großer Geduld haben die Gruppenleiter immer wieder versucht zu erklären, dass man damit auch den dreckigen Teller säubern kann. Nicht immer mit Erfolg. Ein Junge nahm das Trockentuch und wischte damit die Marmelade vom Messer ab. Dass die Erwachsenen immer so kompliziert denken müssen.

Ommen 02-03 (Datei 575) Die niederländische Kleinstadt Ommen liegt knapp 20 Kilometer von der deutschen Grenze und nur vier vom Hof entfernt. Der Kurzbesuch auf ein Eis - vor dem Schwimmbadbesuch - entwickelte sich zu einem Abenteuer. Überall stehen hier in Ommen Straßenlaternen auf den Gehwegen. Die Kinder waren teilweise so miteinander beschäftigt, dass sie auf keine Warnrufe reagierten. Schon wieder ein "Plong". Gleich vier Mädchen und Jungen kamen an diesem Tag mit einer kleinen Beule auf den Kampier-Bauernhof zurück.

Der Thementag stand 2002 ganz im Zeichen des Zauberlehrlings Harry Potter. Nach dem Einmarsch der Betreuer in entsprechender Verkleidung konnten sich in den morgendlichen AGs auch die Kinder ihr Zauberkostüm basteln. Nach dem Hexenmahl ging es dann in den nahegelegenen Wald in dem ein großes Harry Potter Spiel gespielt wurde. Viele Aufgaben mussten an den Stationen gelöst werden bevor es als Gewinn den goldenen Schlüssel der Zauberer gab. Am Abend sollte dann noch der beliebteste Sport der Zaubererwelt gespielt werden. Quidditch! Leider verhinderte ein heftiger Regenguss den wilden Ritt auf den Besen. Das Spiel wurde am nächsten aber nachgeholt.

Ommen 02-04 (Datei 577) Gegenüber dem geräumigen Aufenthaltsraum ist ein großer Kuhstall. Abends beim Melken schauten die Kinder durch Glasscheiben zu, einige Kinder durften auch in den Stall.

Der Bauer (Marco)war sehr freundlich. Für den Rollstuhl von Lars fertigte er zum Beispiel zwei kleine Rampen an, damit es einfacher in die Häuser geht. Lars ist einer der 15 Betreuer, die sich schon seit vielen Wochen auf die Begleitung der Kinder vorbereitet haben.

Ommen 02-05 (Datei 576) Vieles ist Pädagogik. Die Betreuerinnen achteten beispielsweise darauf, dass auch jedes Kind etwas gegessen hat. "Ich habe keinen Hunger" war eine häufige Antwort. Am Abend, als die Kinder einmal ohne die Gruppenleiter essen durften, deckten sie nicht nur vorbildlich die Tische, sondern schlugen auch richtig beim Essen zu. "Heute habe ich sechs Schnitten gegessen!", sagte ein Junge, bei dem man sonst um jeden Happen betteln musste. Obwohl die Kinder morgens nicht lange schlafen konnten (oder wollten??), gingen sie abends nur ungern ins Bett. Manche Gute-Nacht-Geschichte einer Betreuerin half. Häufig auch ein "vermittelndes" Wort. Zum Beispiel wenn sich zwei Mädchen bei den Gruppenleitern beschwerten: "Die Jungen sind so laut und lassen uns nicht schlafen!" Ratlosigkeit nur, wenn diese Mädchen nach einer halben Stunde wieder kamen: "Die Jungen tun so, als ob sie schlafen."

Ja, es war oft sehr interressant und immer lustig. Nicht zuletzt deshalb konnten viele das Schnupperlager 2003 kaum abwarten!
[Artikel Nr.268 vom 08.02.2006, Autor li]