Offene Schule für Straßenkinder in Teresina/Brasilien


Infoblatt Teresina (2005) als PDF-Datei herunterladen

Das Projekt wird auch unterstützt vom Kepler-Gymnasium in Ibbenbüren:
IVZ: 15. Februar 2007 Schüler sammeln für Schüler Johannes-Kepler-Gymnasium: 2950 Euro (St. Ludwig Ibbenbüren)



Partnerschaft in der „Einen Welt“
Früher hieß es „Dritte Welt“ und „Almosen geben“. Heute reden wir von der „Einen Welt“ und von „partnerschaftlicher Hilfe“. Diese Entwicklungen haben auch die Arbeitskreise in St. Ludwig seit den siebziger Jahren zusammen mit der Gemeinde durchlaufen und gestaltet. Im Laufe der Jahre wurden die Information über konkrete Hilfsprojekte und der Austausch mit den Menschen vor Ort immer wichtiger.

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der katholischen Pfarrgemeinde „Nossa Senhora de Fátima“ in Teresina. Der Pfarrgemeinderat hatte dann 1995 beschlossen, eine „Offene Schule für Straßenkinder“ mit monatlich 500,- US-Dollar zu unterstützen.

Teresina/Brasilien (Datei 112)



Teresina ist die Landeshauptstadt von Piauí und liegt im trockenen Nordosten Brasiliens. Die Stadt hat etwa 715.000 Einwohner auf 11.672,5 km² Fläche und gehört zu den ärmsten Gebieten Brasiliens. Etwa 78,5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 17 Jahren gehören zu den Armen in Teresina. Viele von ihnen habe keine Möglichkeit zur Schule zu gehen. Sie leben in Geschäftszentren oder auf den Straßen. Dort sind sie den Konflikten in der Gesellschaft schutzlos ausgesetzt. Diese Situation verursacht bei den Kindern physische und psychische Probleme. Ihr Streben zielt nur darauf hin, Möglichkeiten des Überlebens zu suchen. Zum Teil haben sie ihre Familien verlassen, da es ihnen nicht möglich war, in den gegebenen familiären Verhältnissen zu leben.

„Offene Schule“ für Straßenkinder
Insgesamt 62 Jungen besuchen täglich die „offene Schule“. Sie sind in zwei Gruppen eingeteilt, von denen die eine morgens kommt und nachmittags eine öffentliche Schule besucht - und umgekehrt. Das Personal besteht aus 15 Personen und kann 40 Stunden pro Woche anbieten. Das Hauptaugenmerk ist neben den normalen Unterrichtskursen wie Sprache, Lesen und Mathematik auf Sport und Musik gelegt. Durch Umgang mit Musik und Sport sollen die Jungen ihre Aggressionen besser kontrollieren lernen und so wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Für jede Gruppe gibt es eine warme Mahlzeit am Tag.

Unser Projekt:
  • 5 bezahlte Erzieher(innen)
  • 1 ehrenamtlicher Englisch-Lehrer
  • 1 Köchin
  • 7 ehrenamtliche Koordinator(inn)en
  • 1 Seelsorger


  • 40 Stunden pro Woche
  • 30 + 32 Jungen (7-13 Jahre)
  • 620 Mahlzeiten pro Woche


  • Das pädagogische Konzept
  • Ernst nehmen von Freiheit und Individualität
  • Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen
  • Selbstverwaltung, Verantwortung, Disziplin
  • Solidarität und kritisches Bewusstsein
  • Gemeinschaft und demokratisches Lernen
  • Vertrauen und Achtung
  • Hintergrund der eigenen Geschichte
  • Körperpflege und Hygiene
  • Tägliche warme Mahlzeiten und Ernährung
  • Unterstützung des schulischen Unterrichts
  • Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt
  • Kooperation mit externen Institutionen
  • Beratung in rechtlichen Angelegenheiten
  • Unterstützung der Eltern und Familien


  • Offene Schule Teresina (Datei 111)
    Sozialarbeiter(innen) erkunden zunächst die Orte, wo die Straßenkinder sich treffen (z.B. Parks). Dann wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und die Regeln der „Offenen Schule“ diskutiert. Schließlich erfolgt die Arbeit in der „Offenen Schule“. In der Folge wird die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Schule und dem Elternhaus entwickelt. Im Idealfall gibt es nach der Schule über eine Kooperation mit anderen Trägern die Vermittlung in den Arbeitsmarkt.

    Konkrete Pläne und weitere Visionen
  • Mit Hilfe einer örtlichen Bank konnten 25 Computer zur Verfügung gestellt werden, an denen innerhalb eines Jahres jeweils 100 Kinder eine Einführung in Office- und Internetanwendungen erhalten. Die Bescheinigung darüber hilft bei Bewerbungen auf Lehrstellen.
  • Mit dem Stadttheater wurde eine Vereinbarung über kulturelle Zusammenarbeit getroffen. Zudem können städtische Einrichtungen zur Präsentation und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.
  • Mit der Landesuniversität gibt es eine Kooperation zu Kursen über den Anbau und die Nutzung von Naturheil- und Gewürzpflanzen. Durch diese Selbsthilfe können die Familien Kosten sparen.
  • In Zusammenarbeit mit der staatlichen Bibliothek und Bildstelle können 200 Kinder demnächst den Umgang mit Medien erlernen.
  • Mit örtlichen Ärzten und Apothekern sollen Kinder mit ihren Familien eine medizinische Begleitung erhalten insbesondere in den Bereichen Hygiene und Gesundheitsvorsorge.


  • Aus der Arbeit des „AK Teresina“
    1994: Erster Besuch einer Delegation aus Teresina mit Unterstützung des Bistums Münster nach Ibbenbüren.
    1995: Zwei Delegationen des „Arbeitskreis Teresina“ reisen auf eigene Kosten zu einem Gegenbesuch in Teresina.
    1996: Das Bischöfliche Hilfswerk „Adveniat“ lädt im Zuge der bundesweiten Eröffnung der jährlichen Aktion – diesmal in Münster – die Musikgruppe „Mandacarú“ mit Erzbischof Dom Paulo von sich aus nach Ibbenbüren ein.
    1998: Vier Gemeindemitglieder aus Teresina werden nach Ibbenbüren eingeladen. Bei diesem „Arbeitsbesuches“ werden etwa 70 Termine wahrgenommen. Während der Besuche bei den Hilfswerken Misereor, Kindermissionswerk (beide Aachen) und Adveniat (Essen) wird der Kontakt als beispielhaft gelobt. Die privaten Lokalradios in Nordrhein-Westfalen berichten in der Reihe „Himmel und Erde“ über die Ibbenbürener Aktion. Der „Verband der Diözesen Deutschlands“ unter-stützt die Aktion als eine der ersten Pfarrgemeinden aus seinem neuen „Fonds für weltkirchliche und entwicklungsbezogene Bildungs- und Öffent-lichkeitsarbeit“. 1999: Nach einjähriger Vorbereitungszeit fliegen 13 junge Erwachsene zu einem Arbeitseinsatz nach Teresina. Diese Aktion findet mit Unterstüt-zung des Landes Nordrhein-Westfalen (Pro-gramm „Konkreter Friedensdienst) statt.
    2002: Fünf Gemeindemitglieder aus Teresina sind nach Ibbenbüren eingeladen.
    2004: Zehn Gemeindemitglieder aus dem „AK Teresina“ besuchen die Partnergemeinde.
    2005: Für den Weltjugendtag werden fünf junge Erwachsene aus Teresina eingeladen.
    2007: Im Rahmen der Aktion "Ibbenbüren Lokal-Global" kommen vier Gäste aus Teresina nach Ibbenbüren

    Solidarität mit Frauen in Teresina
    Während des Besuchs der Delegation aus Teresina im Jahre 2002 entwickelte sich eine enge Freundschaft zu Maria dos Remedios da Silva Lima. Dona Remedios leitet ein Projekt für Frauen, das „Centro des Produção Artesanato Santa Isabel“. Hier produzieren Frauen sowohl Süßigkeiten als auch Handarbeiten, um diese zu vermarkten und somit ein geringes Einkommen zu erwirtschaften. Das Projekt dient ferner dazu, das Selbstwertgefühl der Frauen und ihre Selbstachtung zu stärken. Viele der dort tätigen Frauen leben mit ihren Kindern alleine und versuchen so, ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Bei unserem Besuch 2004 konnten wir erleben, wie wichtig diese Arbeit für die Frauen ist. Die Ausstat-tung des Projektes ist jedoch in keiner Weise ausreichend, die Bedingungen sehr schlecht (keine Stühle, Tische, Nähmaschinen oder andere Hilfsmittel). Ein weiteres Problem stellt die Vermarktung der hergestellten Waren dar. Die kfd und der Sachausschuss Frauen unterstützen seit 2002 dieses Projekt im Sinne der Solidarität mit den Frauen in Teresina.

    Mitarbeit und Spendenmöglichkeit
  • Der „Arbeitskreis Teresina“ trifft sich unregelmäßig im Alten Kindergarten St. Ludwig. Informationen im Pfarramt (s.u.) oder bei
    Christa Hüttl
    Tel. 05451/16061
    Email: C.u.H.Huettl@t-online.de


  • Spenden für „Teresina” sind möglich auf
    Konto Nr. 4937 bei der
    Kreissparkasse Steinfurt BLZ 403 510 60

  • [Artikel Nr.106 vom 11.06.2007, Autor mw]