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Politischer Frühschoppen mit Wolfgang Bosbach

11.03.2007

"Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt" -bst- Ibbenbüren.

Die KAB St. Johannes Bosco hatte schon im vergangenen Jahr über den CDU-Arbeitskreisleiter Markus Weweler den Kontakt zu Wolfgang Bosbach hergestellt. Sein Vortrag zum Thema "Innere Sicherheit" gestern Vormittag im Bosco-Haus war mit etwa 90 Zuhörern gut besucht. Markus Weweler und Bernhard Wunderlich, der Vorsitzende der KAB, begrüßten unter anderem die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Köster, den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Christoph Börgel und den neuen CDU- Stadtverbandsvorsitzenden Otto Lohmann.

Wolfgang Bosbach wies gleich zu Beginn seiner Ausführungen darauf hin, dass Deutschland trotz einer steigenden Kriminalitätsrate immer noch zu den sichersten Ländern der Welt gehöre. Besorgnis erregend sei jedoch, dass die Täter immer jünger würden und auch häufiger Serienstraftaten begingen. Da sie oft aus schwierigen familiären Verhältnissen stammten, sei es wichtig, die Erziehung zu stärken und Grenzen aufzuzeigen. Zum Thema Medienkonsum vertrat Wolfgang Bosbach die Meinung, dass die sogenannten "Killerspiele" ebenso wie das Fernsehprogramm labile Kinder durchaus zu Straftaten animieren könnten. Hinzu käme, dass die wenigsten Eltern überhaupt wüssten, was in diesen Spielen passiert. Ein Verbot bringe wenig, erhöhe im Gegenteil die Neugier. Viel wichtiger sei es, den Kindern Interesse entgegen zu bringen und ihnen Freizeit-Angebote zu machen. Beim Strafmaß müssten Instrumente gefunden werden, die die Jugendlichen beeindruckten. Es sei "uncool", mit dem Bus zur Disco zu fahren, daher sollte statt einer Geldstrafe öfter der Führerschein eingezogen werden.

In Bezug auf den internationalen Terror führte Bosbach aus, dass es außer in den USA nirgends auf der Welt so viele diesbezügliche Spuren gäbe wie in Deutschland. Zur Zeit liefen 200 Ermittlungsverfahren und die Verdächtigen seien völlig unauffällige Personen. Der Referent plädierte dafür, die akustische und Videoüberwachung an Gefahrenbrennpunkten auszuweiten und das Mitlesen von Texten in Computern Terrorverdächtiger zuzulassen. Eine vollständige Kontrolle, zum Beispiel von Bahnhöfen, sei nicht möglich.

Nur durch Vorbeugung könne man etwas erreichen, denn Selbstmordattentäter könne man nicht durch die Todesstrafe abschrecken. Im Gegensatz zu den RAF-Terroristen, deren Attentate gegen die Spitzen der Gesellschaft gerichtet waren, zielten Anschläge islamistischer Gruppen auf die Vernichtung einer großen Anzahl von unbeteiligen Menschen ab. Dem liege eine für uns unverständliche Denkweise zugrunde, deren Konflikte von außerhalb aber auch in unser Land getragen würden. Man müsse sich auf gemeinsame Regeln des Zusammenlebens verständigen und das seien für jeden, der hier lebt, die Regeln der Bundesrepublik Deutschland.

Wolfgang Bosbach beantwortete noch einige Fragen der Anwesenden und wurde mit viel Beifall verabschiedet.

12. März 2007 | Quelle: IVZ

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[Artikel Nr.818 vom 27.03.2007, Autor KAB-B]