Solaranlage St. Ludwig Bischof Thissen (Datei 54)

Fotovoltaikanlage auf dem Dach der St. Ludwig-Kirche

Theologisch wie gesellschaftlich gilt: Gemeinde kann sich nicht im Kirchenraum einnisten. Gemeinde und Kirche stehen für den Übergang: Volk Gottes unterwegs. Sie brauchen die Inspiration (den Heiligen Geist, das Licht, die Erleuchtung) von außen. Und sie dürfen als Zeichen (Sakrament) der Gegenwart Gottes in ihre Welt hineinwirken.

Darum hat die Ludwig-Gemeinde auf ihrem Kirchendach ein Zeichen gesetzt, das in vielfältiger Form wirken soll als ein weiteres "Fenster" zu Gott und zu den Menschen: Das Solar-Dach nutzt die uns geschenkte Energie der Sonne und schont damit die Umwelt. Der Journalist Dr. Franz Alt, der alle Solaranlagen, Windräder und andere Nutzungen regenerativer Energien als Zeichen und Bausteine des Friedens bezeichnet, nennt die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Ludwig-Kirche medienwirksam "Landeplatz des Heiligen Geistes".

Die St. Ludwig-Kirche ist überregional bekannt durch den so genannten Roten Punkt im Chorraum. Hier überträgt sich pure Energie aus dem Kunstwerk auf die Betrachter. Das "Gerundete Rot" des bekannten Künstlers Rupprecht Geiger wird in seiner strahlenden, flammenden Wirkung gern mit der Sonne assoziiert. Der Rote Punkt entstand 1971 während einer grundlegenden Innenrenovierung der Ludwig-Kirche. Ursprünglich in einem warmen Rotton gehalten, wurde er 1996 von Geiger in grell strahlendem Pink erneuert. Geiger denkt profan-abstrakt: Seine Kunst will durch Farbe, nicht durch Form wirken. Damit kommt sie dem sakralen alttestamentlichen Bilderverbot nahe, das die Kirchengemeinde dankbar aufgriff. Heute sagen die Menschen in St. Ludwig gerne: "Die unbeschreibliche Farbe für den unbeschreiblichen Gott - auch wenn er pink ist...".

Auf dem Foto neben der Anzeigetafel ist der vormalige Regionalbischof Dr. Werner Thissen zu sehen - jetzt Erzbischof von Hamburg. Unterstützung gab es auch von Bundespräsident Johannes Rau, den Diakon Karl-Heinz Eiben während der "Woche der Umwelt" 2002 in Berlin informieren konnte.

Weitere Informationen auf den Seiten der "Deutschen Bundesstiftung Umwelt", die das Projekt maßgeblich gefördert hat: Kirchengemeinden für die Sonnenenergie
[Artikel Nr.69 vom 06.01.2006, Autor mw]