Was die Sternsinger-Aktion bedeutet...

Zur Geschichte der Aktion Dreikönigssingen

Am Anfang stand eine Idee, geworden ist daraus die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder. An der ersten Aktion 1959 beteiligten sich Sternsinger in 100 Pfarrgemeinden und sammelten rund 45.000 EURO. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion, die seitdem vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger"® und vom BDKJ gemeinsam getragen wird. Aus den bescheidenen Anfängen ist die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder gewachsen, an der sich in den vergangenen Jahren jeweils rund 500.000 Kinder und Jugendliche und rund 100.000 ehren- und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielen Pfarrgemeinden in der Bundesrepublik Deutschland beteiligt haben. In den mehr als 40 Jahren ihres Bestehens wurden durch die Aktion über 28.000 Projekte unterstützt und ca. 310 Millionen EURO gesammelt.

Sterndeuter gab es schon vor drei- bis viertausend Jahren. Es waren sehr gelehrte und weise Männer, die den Lauf der Sterne erforschten und deuteten. In Persien wurden sie auch Magier genannt. An den Königshöfen übten sie damals großen Einfluß auf die Entscheidungen und Urteile der Herrscher aus. Sie waren nämlich in der Lage, den Stand der Sterne, aber auch Sonnen- und Mondfinsternisse mit großer Genauigkeit vorauszusagen. Zugleich wußten sie den Stand der Gestirne als Vorzeichen für das künftige Geschick der Menschen zu deuten. So trauten ihnen viele Menschen damals besondere und wunderbare Kräfte zu. Sie waren aber keine Zauberer, sondern Gelehrte.

Wie viele Sterndeuter nach Betlehem kamen, wissen wir nicht. Auf alten Bildern sind z.B. vier Magier zu sehen, auf dem ältesten uns überlieferten Bild nur zwei. In einigen frühchristlichen Kirchen sind einmal sogar zwölf Magier zu sehen. Der Kirchenlehrer Origenes (185-254) spricht zum ersten Mal von drei Magiern, wohl wegen der drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In der Bibel werden die Namen nicht genannt. Sie tauchen erst im 6. Jahrhundert auf: Melichior, Bithisarea und Gathaspa. Es dauerte 300 Jahre, bis daraus die heute bekannten Namen Caspar, Melchior, Balthasar wurden. Caspar bedeutet Schatzmeister (persisch). Er soll Weihrauch zur Krippe gebracht haben. Melchior heißt: König des Lichtes (hebräisch). Er trug das Gold zur Krippe. Balthasar bedeutet in der aramäischen Sprache: Gott schütze das Leben des Königs. Er brachte die Myrrhe. Im Mittelalter wurde Caspar häufig als Jüngling, Melchior als Mann der Lebensmitte und Balthasar als Greis dargestellt. Oft sind sie zugleich die Vertreter der damals bekannten Erdteile.

Das Sternsingen ist ein alter Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Zuerst wurde er in Klöstern und Gymnasien von Bischofsstädten bekannt. Als Könige verkleidet, zogen Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach. Der Stern, den sie bei sich trugen, mußte beim Singen immer gedreht werden. Er war ein Symbol für das Sonnenrad, das – so glaubte man damals – in den sog. zwölf heiligen Nächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag stehengeblieben war. Das Kindermissionswerk/Die Sternsinger® hat den Brauch 1958 durch die Sternsingeraktion wieder aufgegriffen und ihm ein neues Ziel gegeben: Die Spenden der Aktion sind für Kinder in Not in der Dritten Welt bestimmt.

Die Sternsinger schreiben die jeweilige Jahreszahl und die Buchstaben C + M + B an die Türen. Das sind die Anfangsbuchstaben für einen Segen in lateinischer Sprache: Christus Mansionem Benedicat, d.h. Christus möge dieses Haus segnen.


[Artikel Nr.51 vom 25.04.2006, Autor mw]