Vortrag Entwicklung der Sozialversicherungen am 2.11.2003

Vortrag zum Thema: Entwicklung der Sozialversicherungen

Am Sonntag, 2. November 2003 hatte die KAB St. Johannes Bosco zu einer Information über die sozialen Sicherungssysteme eingeladen.

Der Rechtssekretär der KAB Johannes Schulte stellte zunächst die derzeitige Situation dar und verglich die Altersversorgung in Deutschland mit der Altersversorgung in der Schweiz bzw. in den USA.

Hier war deutlich zu erkennen, dass in Deutschland 85 % der Altersversorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung gestellt und nur die restlichen 15 % durch private Vorsorge bestritten wird. Dieses sieht in den USA ganz anders aus. Hier beträgt die gesetzliche Altersversorgung 45 %, der Rest muss aus privater Vorsorge finanziert werden.

Er wies darauf hin, dass eine private Vorsorge, die in dieser Höhe zu treffen ist, große Risiken in sich berge. Zu bedenken sei, dass eine Vermögensanlage z. B. in Aktien in den letzten Jahren zu erheblichen Verlusten geführt habe und somit in den USA ältere Bürger gezwungen seien, noch einer Arbeit nachzugehen.

In jedem Fall sei der gesetzlichen Versicherung der Vorzug zu geben und es solle jede Anstrengung unternommen werden, diese Altersversorgung zu erhalten.


Neben der Rentenversicherung ist auch die Krankenversicherung in einem Umbruch begriffen. Hierzu verwies Johannes Schulte darauf, dass die KAB eine Selbsthilfebewegung für Gerechtigkeit und Solidarität ist. Sie will das Solidarprinzip in der Gesetzlichen Krankenversicherung erhalten und stärken.

Schulte stellte den Initiativantrag des Bezirksverbandes Borken zur Solidarischen Krankenversicherung vor.

U. a. wird hier gefordert, dass jede/r Versicherte/r genau die medizinische Leistung erhält, die der Wiederherstellung der Gesundheit oder zur Vorbeugung einer Krankheit dient. Es muss gewährleistet bleiben, dass den Versicherten bei Krankheit, Behinderung oder Unfällen unabhängig vom Einkommen, Alter oder sozialer Schicht die bestmögliche gesundheitliche Versorgung zuteil wird. Dies erfordere allerdings auch eine solidarische Finanzierung, so dass jede/r Bürger/in mit seinem Beitrag zur Krankenversicherung für das gesundheitliche Risiko aller Mitversicherten einsteht.

Der Beitrag in einer solidarischen Krankenkasse solle für alle Mitglieder der gleiche prozentuale Anteil am Einkommen sein.
Nach einer lebhaften Diskussion kam man zu der Erkenntnis: „Nach der Reform ist vor der Reform“.


[Artikel Nr.433 vom 14.01.2006, Autor KAB-B]