23.09.2005 - Nur wenige haben einen Organspendeausweis

Organspende – christliche Nächstenliebe oder Zumutung?

Die KAB St. Johannes Bosco hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Organspende – christliche Nächstenliebe oder Zumutung?“ eingeladen. Referenten waren Cilly Strot-Bücker und Andreas Wißing, die als Ansprechpartner der Kontaktgruppe der Region Münster/Osnabrück für die Selbsthilfe Lebertransplantierte Deutschland e. V. fungieren.

Nach einem Film wurde das Thema diskutiert. Derzeit hofften in Deutschland viele schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Die Wartelisten, auf denen diese Patienten eingetragen sind, werden immer länger, berichten die Referenten.

Viele Mitbürger stünden der Organspende zwar positiv gegenüber, allerdings besäßen nur acht Prozent einen Spenderausweis. Viele Angehörige, die von den Ärzten um die Einwilligung zur Organentnahme bei einem Verstorbenen gebeten werden, seien daher unsicher, mit welcher Entscheidung sie dem Willen des Verstorbenen entsprechen. Daher sei es sehr wichtig, sich zu Lebzeiten mit diesem Thema zu beschäftigen und selbst eine Eintscheidung zu treffen.

Auch die Frage nach der Einstellung der Kirche zum Thema wurde angesprochen. Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche hätten sich in einer „Gemeinsamen Erklärung“ bereits im Jahr 1990 für die Organspende ausgesprochen.

Die Referenten wiesen allerdings darauf hin, dass mit dem Vortrag zur Organspende ausschließlich informiert, nicht aber missioniert werden sollte. Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende sei frei und individuell. Andreas Wißing informierte zudem über den Organspendeausweis.


[Artikel Nr.334 vom 10.11.2005, Autor KAB-B]