Pater Josef Dresselhaus + (Datei 3673)

Pater Josef Dresselhaus ist tot



Weißer Vater Pater Josef Dresselhaus ist gestern Vormittag (23. Oktober 2012) im Haus St. Hedwig Püsselbüren im Alter von 96 Jahren gestorben.

Die Eucharistiefeier ist am Freitag, dem 26. Oktober 2012, um 14.30 Uhr mit Aufbahrung des Sarges in St. Antonius Hörstel, im Anschluss die Beerdigung auf dem Friedhof. Am 10. Juni 1954 wurde er zum Priester geweiht.


05. August 2011 18:34 Uhr | Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

Pater Josef Dresselhaus feiert seinen 95. Geburtstag

Hörstel. Gott und den Menschen hat Pater Josef Dresselhaus sein Leben verschrieben. Am 6. August wird der liebenswerte Weiße Vater, der im Ordenshaus der Weißen Väter an der Harkenbergstraße 11 lebt, 95 Jahre alt. In Deutschland geboren, in den Niederlanden studiert, in Schottland zum Priester geweiht, in Afrika gearbeitet - erfüllter, erlebnisreicher und spannender kann ein Leben wohl kaum sein. Und nach so viel Internationalität ist Hörstel seit fast 20 Jahren die Wahlheimat des Weißen Vaters. Geboren wurde Josef Dresselhaus als viertes von elf Kindern in Schloß Holte-Stukenbrock. Da es schon immer sein Wunsch war, Missionar zu werden, ging er nach der Volks- zur Missionsschule der Weißen Väter nach Rietberg. Sein weiterer Weg zum Missionar führte ihn, unterbrochen von den Kriegsjahren, die er als Soldat in Frankreich und Russland erlebte, nach Groß-Krotzenburg, Trier, in die Niederlande und nach Schottland, wo er am 10. Juni 1954 zum Priester geweiht wurde. Drei Monate nach seiner Heimatprimiz ging er nach Malawi, wo er 37 Jahre bleib. Er liebt das Land und die Menschen. "Es waren die schönsten Jahre meines Lebens", sagte er in einem IVZ-Interview 1992. Er baute in Malawi viele Schulen und mehr als 100 Filialkirchen, organisierte Krankenstuben, betreute Gemeinden, taufte Menschen. Sein schönstes Erlebnis, das sein ganzes Wirken prägte, hatte er gleich in seinem zweiten Jahr auf dem Schwarzen Kontinent. Als er das erste Mal im Land unterwegs war, bat ein Stammeshäuptling darum, getauft zu werden. Pater Dresselhaus erklärte, dass er ihn erst unterrichten müsse. Doch der Mann antwortete, dass er sich das nötige Wissen aus dem Katechismus selbst angeeignet habe. Außerdem sagte er, dass er keine Zeit mehr habe. Jesus sei ihm im Traum erschienen und habe gesagt: "Ich schicke dir einen Missionar, der dich tauft, und dann hole ich dich." Pater Dresselhaus war beeindruckt von den Aussagen des Häuptlings. Er setzte sich über die Bestimmungen hinweg, taufte den Mann, gab ihm die Kommunion und firmte ihn. In der folgenden Nacht starb der Häuptling. "Dieses Erlebnis hat mich nie losgelassen", sagt der Jubilar. Bei seiner Arbeit habe er immer zuerst die Menschen und dann die Vorschriften gesehen. Aus Altersgründen kehrte Pater Dresselhaus 1991 nach Deutschland zurück. Afrika hat er nie wieder besucht. Viel Bewegung und Beschäftigung halten ihn heute fit. Er versorgt 15 Hühner, hilft bei der Pflege des wunderschönen Gartens und sammelt Briefmarken. Das gute Verhältnis zu den Nachbarn und sein großer Bekanntenkreis freuen den Missionar. Noch heute feiert er täglich Gottesdienst, und wenn es mal "brennt", hilft er auch in Gemeinden aus. Pater Dresselhaus hat noch eine Schwester und zwei Brüder, mit denen er in engem Kontakt steht. In seinem Elternhaus hat er noch heute ein eigenes Zimmer. Auch zu seiner Heimatgemeinde pflegt er guten Kontakt, ist dort sogar Mitglied im Schützenverein. Seinen heutigen Ehrentag verbringt der Pater bis zum Mittag im Haus der Weißen Väter in Hörstel. Nachmittags holt ihn einer seiner Brüder nach Schloß Holte, wo er am Sonntag nach einem Gottesdienst in der Schützenhalle feiert.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung: Pater Josef Dresselhaus feiert seinen 95. Geburtstag

Pater Josef Dresselhaus wird 95

Schloß Holte-Stukenbrock (ms) - Er ist Priester und Afrika-Missionar der Weißen Väter. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat er auf dem schwarzen Kontinent gelebt und gearbeitet – und dennoch ist er den Menschen in Liemke und Kaunitz nah, denn er ist einer von ihnen geblieben.

Am Samstag (6. August) wird Pater Josef Dresselhaus 95 Jahre alt. Das wird an diesem Sonntag (7. August) gefeiert: in der Messe ab 8.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Joseph und bei einem Empfang ab 11 Uhr in der Liemker Schützenhalle.

Am 6. August 1916 wurde Josef Dresselhaus geboren. „Zu feiern der Jahre Schritte ist eine gute alte Sitte“, so einer der Wahlsprüche des Weltbürgers, der rund 50 Jahre in Afrika kirchliche und soziale Projekte auf den Weg brachte. Als ihm die Arbeit in seiner zweiten Heimat vor gut 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, kehrte er schweren Herzens zurück nach Deutschland. Bis heute pflegt er vom Haus der Weißen Väter in Hörstel aus, in dem er seinen Lebensabend verbringt, enge Kontakte zu seinen afrikanischen Freunden.

Der Jubilar erinnert sich gut an den entscheidenden Schritt in seinem Leben, den Tag, an dem er dem Ruf der Weißen Väter folgte und in Afrika seine Berufung fand. Dabei schien zu Beginn seine Aufgabe in der afrikanischen Diözese Mzuzu fast unlösbar. Doch sein großer persönlicher Einsatz zahlte sich bald aus. Es entstanden Häuser, Schulen, Kirchen und eine Vielzahl an Projekten, die der Bevölkerung Bildung, Arbeit und ein menschenwürdiges Dasein brachten.

„Zum Wohl der Menschen zu arbeiten und dabei durchzuhalten, verdanke ich den Menschen, die mich mit ihrem Glauben und ihrer sozialen Verantwortung geprägt haben: meinen Eltern Josef und Maria, die auf dem Hof Dresselhaus in Liemke am Röwekamp ein rechtschaffenes Leben führten, und auch beeindruckenden Priesterpersönlichkeiten, denen ich als Kind und Jugendlicher begegnete“, sagt der Jubilar. Mit 14 Jahren nahmen ihn die Weißen Väter in das Pro-Gymnasium in Rietberg auf. Krieg und Gefangenschaft hielten ihn zunächst davon ab, Theologie zu studieren. Zu allem Überfluss brachte er aus der Gefangenschaft eine schwere Malaria-Infektion mit.

Doch auch das hielt ihn nicht von seinem Ziel ab: Josef Dresselhaus trat bei den Weißen Vätern ein, nahm das Theologiestudium zunächst in Holland, dann in Schottland auf und wurde 1954 vom Erzbischof von Edinburgh Josef Gray in Galashiels (Schottland) zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in St. Marien Kaunitz unter großer Anteilnahme der Gemeinde.

Mit 18 vollgepackten Seekisten trat Pater Josef Dresselhaus nur wenige Wochen nach seiner Primiz die Seereise nach Afrika an. Doch nach einer Bootshavarie kam er mit nur einer Kiste in Afrika an: Es war die mit seinen Gewändern.

Der Ordensmann stand buchstäblich vor dem Nichts. Das entsprach auch der Situation in allen seinen 15 Missionsstationen: „Es gab weder Schulen noch Kirchen.“ Doch Aufgeben war noch nie die Sache des charakterstarken und tief religiösen Geistlichen.

Im Handumdrehen eroberte der Jubilar die Herzen der Afrikaner, denen er mit Achtung und Offenheit begegnete.

Er weckte Begeisterung, und so entstanden Schulen, Kirchen und Krankenstationen, Häuser und Wasserversorgungen.

Wie viele selbst gebrannte Steine durch seine Hände gegangen sind, kann er beim besten Willen nicht mehr sagen. Pater Dresselhaus konnte immer auch mit der Unterstützung seiner Heimat rechnen: So musste er bald die Diözese nicht mehr mit dem Fahrrad abstrampeln, sondern erreichte die Stationen etwas bequemer mit einem Miele-Kleinkraftrad, später mit einem DKW.

Mehr als 100 Schulen und Kirchen wurden allein durch die finanzielle Unterstützung der Kaunitzer und Liemker fertiggestellt. „Sie haben mich nie im Stich gelassen“, sagt Pater Dresselhaus. Nur deshalb habe er so viel bewirken können.

Auch im Ruhestand gönnt sich der Priester aus Leidenschaft kaum eine Ruhepause. Weiterhin unterstützt er aktiv „seine“ ehemalige Diözese. In engem Kontakt zu Bischof Zuza aus Mzuzu organisiert er die Unterstützung der afrikanischen Christen, doch vor allem die der Aids-Waisen in Malawi.

Quelle: Die Glocke

Traueranzeige Pater Josef Dresselhaus

Totenbild Pater Josef Dresselhaus


[Artikel Nr.2102 vom 26.10.2012, Autor mw]