St. Franziskus Ibbenbüren (Datei 3073)

Wird St. Michael verkauft?



In den Gottesdiensten am 12./13. Juni 2010 wurden die Gemeindemitglieder von St. Michael (St. Franziskus Ibbenbüren) mit folgendem Text informiert:



Liebe Mitglieder der Gemeinden!

Ich bin beauftragt worden, Ihnen eine wichtige Mitteilung der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände unserer beiden Gemeinden St. Franziskus und Herz Jesu bekannt zu geben.

In dieser Woche gab es ein Gespräch von Vertretern beider Kirchenvorstände und beider Pfarrgemeinderäte mit Mitarbeitern des Bischöflichen Generalvikariates Münster. Im Verlauf dieses Gesprächs wurde uns mitgeteilt, dass das Bischöfliche Generalvikariat in einer Sitzung über die Immobilien der Kirchengemeinden St. Franziskus und Herz Jesu beraten hat. Danach wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde sich mittelfristig, d.h. in einem Zeitraum von etwa 5-10 Jahren von der Michaelkirche und den daneben liegenden Gebäuden – MHaus und Jugendzentrum – trennt.

Diese Mitteilung aus Münster hat uns sehr schockiert. Sowohl die Gremien als auch das Seelsorgeteam unserer Gemeinden halten die Umsetzung eines solchen Planes für falsch und haben deutlich auf die kaum absehbaren Folgen für die Gemeinden hingewiesen.

Es wurde entschieden, jetzt umgehend auf diesem Wege die Gemeinden zu informieren, da es uns alle gemeinsam betrifft. Es ist sicher noch zu früh, um Klarheit über die konkreten Schritte zu haben, mit denen wir jetzt reagieren. Wir werden unsere Möglichkeiten dazu in den Gremien jetzt beraten und weiter darüber informieren. Es ist das klare Ziel, die Umsetzung dieses Planes mit nötigem Engagement und Ernsthaftigkeit aber auch mit der gebotenen Besonnenheit zu verhindern. Wir bitten die Gemeinden, uns als verantwortliche Gremien dabei zu unterstützen.




Unabhängig davon gab es zuvor an Fronleichnam (3. Juni 2010) die Information über den Verkauf des Pfarrhauses St. Michael an den "Verband der katholischen Kirchengemeinden der Dekanate Ibbenbüren und Mettingen". Die Nutzung als neues Bürogebäudes des Verbandes hatte nichts mit den später vorgetragenen Ideen des Bistums zu tun:

Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Franziskus und Herz Jesu!

Der Kirchenvorstand St. Franziskus möchte – in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand Herz Jesu – auf diesem Wege über einige aktuelle Überlegungen und Entscheidungen informieren, die für beide Gemeinden wichtig sind.

Ende 2004 entstand die neue Gemeinde St. Franziskus. Es ist absehbar, dass in den kommenden Monaten die Gemeinde Herz Jesu durch eine neue Zusammenlegung mit in diese Gemeinde hinein kommen wird. Für die Zukunft der Gemeinde stehen nun einige wichtige Fragestellungen an. Wo wird der Standort für ein zentrales Pfarrbüro sein? Wie kann dabei auch die Präsenz vor Ort gewährleistet werden? Wo wohnen die in der Gemeinde tätigen Seelsorger?

Nach intensiven Beratungen hat der Kirchenvorstand St. Franziskus – auch hier in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand Herz Jesu – folgende erste Entscheidungen getroffen.

Durch die Neugestaltung des Verbandes der Kirchengemeinden, der jetzt die Gemeinden in den Dekanaten Ibbenbüren und Mettingen umfasst, wurde für die Zentralrendantur ein neuer Standort gesucht. Der Kirchenvorstand hat beschlossen, dem Verband dafür durch Verkauf das Pfarrhaus an der Michaelkirche zur Verfügung zu stellen.

Weiter wurde beschlossen, dass das Pfarrhaus an der Barbarakirche in den kommenden Wochen so umgebaut wird, dass dort zwei in der Gemeinde tätige Priester wohnen können.

Als weitere wichtige Entscheidung wird jetzt die Frage anstehen, wo ein zentrales Büro für die gesamte Kirchengemeinde und zugleich Räume für eine gute Präsenz in den einzelnen Gemeindeteilen realisiert werden können. Darüber wird in Gesprächen der beiden Kirchenvorstände unter Beteiligung der Pfarrgemeinderäte beider Gemeinden in den kommenden Wochen beraten und hoffentlich bald entschieden. Über die weiteren Entwicklungen und eventuelle Entscheidungen werden wir zeitnah die Gemeinden informieren.

Die Entscheidung über den Verkauf des Pfarrhauses an der Michaelkirche ist uns nicht leicht gefallen, da uns sehr wohl bewusst ist, dass das ein bedeutsamer Einschnitt ist. Wir freuen uns aber darüber, dass das Haus weiter als kirchliches Haus genutzt werden kann und sind darüber hinaus davon überzeugt, dass diese Entscheidung einem guten Weg der Gemeinde St. Franziskus nicht im Wege stehen wird.




Zeitungsartikel:

IVZ: 10. September 2010 Zwischen "muss weg" und "alles erhalten" Der Kampf um St. Michael / 4000 Unterschriften / Fusion mit Herz Jesu steht kurz bevor

IVZ: 14. Juli 2010 Unterschriften für St. Michael Sommerfest der Kirchengemeinde

IVZ: 3. Juli 2010 Nichts ist sicher Diskussion um Ensemble St. Michael (Kommentag von Sabine Plake)

IVZ: 1. Juli 2010 "Volle Kirchen werden nicht geschlossen" KAB St. Michael diskutiert

IVZ: 22. Juni 2010 "Verraten und verkauft" Spontane Demonstration in St. Michael / Domvikar Stefan Sühling bei Firmung

IVZ: 18. Juni 2010 Auf die Jugend setzen / Das ist ein absurder Plan Michaelkirche (Leserbriefe von Anna-Lena Himstedt und Heinz Ostendorf)

IVZ: 17. Juni 2010 Unverständnis und Zorn Michaelkirche (Leserbrief von Egbert Wiggers)

IVZ: 17. Juni 2010 Jugendheim an Michaelkirche erhalten Den möglichen Verkauf der Michaelkirche nebst umliegender Gebäude in einigen Jahren thematisierten jetzt auch die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses der Stadt Ibbenbüren in ihrer Sitzung

IVZ: 16. Juni 2010 Wird Michaelkirche verkauft? Vorschlag des Bischöflichen Generalvikariates im Bistum Münster schockiert Gemeindemitglieder

IVZ: 16. Juni 2010 Seelenloses Vorgehen St. Michael verkauft? (Leserbrief von Ernst Fübbeker)



Weitere Leserbriefe unter:

IVZ Online


[Artikel Nr.1712 vom 16.09.2010, Autor mw]