Vorschlag Zeitungsartikel IVZ



Folgender Vorschlag für einen Zeitungsartikel ging am 11. August an die IVZ:

Ibbenbüren / Hengelo. Am Samstagmittag zwischen 13 und 14 Uhr werden 70 Kinder und 16 Betreuer(innen) wieder aus den Ferien zurückkehren. Dann waren sie zwei Wochen mit Heilig Kreuz im niederländischen Hengelo. Pfarrer Martin Weber schickt uns den nachfolgenden Bericht.

Der Fahrer des Doppeldeckerbusses wollte auf der Hinfahrt schon oberhalb von Enschede die E 30 verlassen. Aber „unser“ Hengelo liegt noch 40 Kilometer weiter südwestlich in der Provinz Gelderland und ist ein kleines Dorf, das vor vier Jahren seine Selbstständigkeit ausgerechnet an Bronckhorst verloren hat, der kleinsten Stadt Hollands. Bis zum Hof „De Haverkamp“ sind es noch einmal fünf Kilometer, die die Kinder zwischendurch immer gerne zu den zwei Supermärkten fahren.

Der Kampier-Bauernhof ist großzügig für 150 Gäste ausgelegt, so dass wir viel Platz haben. Die Kinder schlafen in Zimmern mit vier bzw. sechs Betten. In einem der beiden Säle stehen zwei Tischtennisplatten und drei Kicker – Selbstläufer auch für zwischendurch. Der Kontakt der Lagerleiter Jens Stegemann und Tobias Bendfeld zur zweiten Generation der Bauersfamilie (wir waren bereits 1996 schon einmal hier) ist freundlich und hilfsbereit: „Die alten Leute können nach wie vor nur „holländisch Platt“, nutzen aber jede Möglichkeit, uns in ein „Gespräch“ zu verwickeln“. Der abendliche „Alm-Abtrieb“ der großen Kuhherde in den Stall ist für die Kinder immer ein Erlebnis.

Neben der Leitung sind Lars Weisler und Christian Rahe die wichtigsten Leute im Lager: Zum zweiten Mal leiten sie mit Bravour die Küche. Es ist eine Leistung und Kunst, nicht nur die großen Mengen im Blick zu haben, sondern das Essen auch gleichzeitig für 86 Personen fertig zu haben! „Wir kennen alle Supermärkte im Umkreis von 20 Kilometern“ - die alle zwei Tage mit frischen Sachen leergekauft werden. Beim Kartoffelschälen (insgesamt 70 Kilogramm) lassen sie sich aber gerne helfen.

Die Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren sind auf zehn Gruppen aufgeteilt, denen Betreuer(innen) zugeordnet sind und die regelmäßig gemeinsame Unternehmungen machen. Oft gibt es aber auch AGs (Arbeitsgruppen), für die man sich eintragen kann: Gesellschaftsspiele, Sport, Massage & Beauty, Batiken, Speckstein bearbeiten und vieles mehr. Mit allen zusammen waren wir auch während der ersten heißen Tage zweimal zum Schwimmbad im acht Kilometer entfernten Ruurlo, zu den Nachtwanderungen im angrenzenden Wald oder zur abendlichen hauseigenen Disco. Ein Renner war auch der Kasinoabend, die 30 Kilometer lange Fahrradrallye und die Lagertaufe mit viel Wasser. Sonntag hatten wir ferner Zeit für eine Messe in der Düne, für die ich den evangelischen Konfis auch eine Unterschrift gebe.

Die beteiligten Generationen sind es inzwischen gewohnt, in intensivem Kontakt mit ihrer Umwelt zu stehen. Unter alt.heiligkreuz.info (Jugend) sind zahlreiche Tagesberichte, Fotos und Videoclips verlinkt. Zu festgelegten Zeiten können die Kinder am Lager-Notebook ihre Communitys oder E-Mail-Fächer pflegen und teilweise mit ihren eigenen Handys ins WLAN des Hofes. Die Grüße von Eltern und Freunden im Gästebuch geben wir abends im „Lagerradio“ weiter. Dienstagmorgen kam es auch zu einem „Kontakt“ zu den Betreuern des Schnupperlagers aus Rijssen, als diese um 5 Uhr das Lager überfallen und die Luft aus unseren Fahrradreifen gelassen haben!

Gott sei Dank sind alle – neben den üblichen Wehwehchen – gesund geblieben, und auch Heimweh hielt sich in Grenzen.


[Artikel Nr.1536 vom 14.08.2009, Autor mw]