Rafael gibt uns zu essen (Datei 2683)

15. Tag in Teresina: Samstag, 18. Juli 2009



Ich habe etwas besser geschlafen. Eigentlich soll es um 9 Uhr nach Cafarnaum gehen. Während die Frauen schon pünktlich von Rafael hingebracht worden sind, lässt sich Tony noch etwas Zeit. Außerdem ist das Haus wieder voll mit Bekannten und Gästen; die Türschelle ging schon um 5.50 Uhr! Tonys Neffe überspielt mir noch schnell eine DVD mit einem Film über die Casa de Zabele auf meinen USB-Stick, da ich an meinem Netbook kein CD-Laufwerk habe.

Gegen 10.30 Uhr erreichen wir dann Cafarnaum, vorbei an einem großen abgesperrten Bezirk, den sich reiche Leute vorbehalten haben: Die Tendenz geht hin vom eigenen Haus zum eigenen „Stadtteil“, in dem man unter sich ist. Der umzäunte Bezirk hat einen hohen Wachturm und wird im Endausbau auch Sportstätten usw. haben.

Franziska ist schon im Wasser, die anderen in der Hängematte. Leider fehlt Maze zum Übersetzen. Ich habe Zeit, um meinen Bericht von Gestern zu schreiben. Es gibt etwas zu essen und viel Zeit zum Entspannen. Die Anderen bleiben noch bis 15 Uhr und wollen dann sowohl Riversite-Shopping wie auch Teresina-Shopping besuchen… Ich fahre gegen 14 Uhr bereits mit Tony wieder zurück. Um 20 Uhr werden wir uns zur Messe in Ininga wieder sehen.

Es ist gut, dass ich den Nachmittag frei habe, denn nach zwei Wochen erwischt mich jetzt auch der Durchfall – ich weiß nicht warum. Kein Essen, Aqua de Coco und viel Ruhe…

Um halb sieben geht es mit Tony nach Santo Antonio Ininga. Die Kirche ist heute Abend nur zu einem Drittel gefüllt – viele sind schon in den Ferien (so sagen wir ja zuhause auch…). Die Anderen sich auch da. Nach der Predigt („Jeder hier ist ein Pastor!“) schalte ich mich kurz mit etwas Portugiesisch und Englisch ein: Ich war hier schon 1995: da war hier in Ininga nichts. Und das zweite Mal war ich 1999 hier: da stand das Gerippe der Kirche (eine Halle). 2004 war ich dann das dritte Mal hier: da war die Kirche fertig und nebenan rechts war die offene Schule. Jetzt bin ich zum vierten Mal hier: und es gibt eine neue Schule zur Linken! Ich bin glücklich darüber, an dieser Entwicklung teilnehmen zu dürfen!

Nach der Messe – es ist heute Abend deutlich kühler geworden – fahre ich mit Tony wieder zurück. Anna macht mir einen Tee für den Magen, der zwar nicht schmeckt, aber gesund sein soll. Inzwischen wirft Tony die vielen Jugendlichen aus dem Haus, die hier wohl eine Fete angefangen hatten. Das Internet funktioniert schon wieder nicht vollständig; E-Mail und Skype kommen zum Beispiel durch, aber der DNS funktioniert nicht – und den braucht man, um die verschiedenen Links „anwählen“ zu können.

Teresinabesuch 2009: 15. Tag





[Artikel Nr.1424 vom 19.07.2009, Autor mw]